Wien - Südkoreanische Forscher haben in geheimen Nuklearversuchen nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) kleinste Mengen von atomwaffenfähigem Material hergestellt. Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass die winzigen Mengen angereicherten Urans und wiederaufgearbeitetes Plutonium das Labor verlassen hätten und einem Atomwaffenprogramm zugeführt worden seien, hieß es in dem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Bericht der UN-Inspektoren.

Der Bericht wurde nach Enthüllungen erstellt, dass Südkorea Versuche zur Anreicherung von Uran und Plutonium-Wiederaufarbeitung unternommen habe. Südkorea hatte die Experimente bestätigt, dabei aber betont, dass sie nur in einem kleinen Rahmen stattgefunden hätten und von Forschern gemacht worden seien, die darüber nie die Regierung informiert hätten.

"Fast unsichtbare" Menge des atomwaffenfähigen Materials

Dem IAEO-Bericht zufolge hat es neben der Herstellung der geringen Mengen atomwaffenfähigen Materials einen Versuch gegeben, Uran chemisch anzureichern. Der sei nicht erfolgreich gewesen. Alle Versuche seien zwischen Jänner und Februar 2000 an dem staatlichen Koreanischen Forschungsinstitut für Atomenergie vorgenommen worden und hätten eine "fast unsichtbare" Menge des atomwaffenfähigen Materials erbracht.

Südkorea hat erklärt, keine Ambitionen zur Herstellung von Atomwaffen zu haben. Es könnte aber sein, dass die Feststellungen der IAEO die Verhandlungen mit Nordkorea erschweren, das ein Atomwaffenprogramm verfolgt. (APA/AP)