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Der Vorstandsvorsitzende der Telekom Austria (TA), Heinz Sundt, wünscht sich im Zuge der weiteren Privatisierung der TA einen schnellen Verkauf von 17 Prozent durch die Staatsholding ÖIAG. Der Verkauf sei "eine Angelegenheit des Aktionärs", sein Wunsch sei aber klar, dass dieser Verkauf so schnell wie möglich passieren solle, betonte Sundt am Freitag, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio. Ein Verkauf noch im heurigen Jahr habe seine "volle Unterstützung".

Je früher - dest besser

Je früher der Verkauf passiere, desto besser sei es für die zukünftige Entwicklung der TA, meinte Sundt. Die TA-Aktie werde nämlich stets vom Verdacht begleitet, dass es im Markt einen Overhang gebe, und die Märkte würden "nicht gerade positiv" darauf reagieren. Die ÖIAG, die noch 47,2 Prozent (inklusive 5-prozentige Wandelanleihe) an der TA hält, hat wie berichtet beschlossen, ein TA-Aktienpaket von 17 Prozent en bloc über die Börse zu verkaufen.

Südosteuropa-Expansionsstrategie

Sundt schließt nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen Einstieg der Schweizer Swisscom eine künftige Partnerschaft für die TA nicht aus. Derzeit brauche man allerdings keine Partnerschaft, betonte Sundt. Wenn die TA ihre geplante Südosteuropa-Expansionsstrategie ganz oder teils umgesetzt habe, werde sich das im Unternehmenswert niederschlagen. Dann könne man sich fragen, ob weitere Schritte für strategische Partnerschaften zu setzen seien. Die TA sei ein "hochattraktives Unternehmen", das künftig möglicherweise einen "stärkeren Gusto" bei größeren Telekomunternehmen als bei den Schweizern erwecken könnte, meint Sundt.

"Moderat nach unten"

Punkto Personalabbau erwartet Sundt künftig keine Fortsetzung der bisherigen massiven Einschnitte. Der Rationalisierungsdruck in der Branche werde über die nächsten Jahre zwar erhalten bleiben, es werde aber nur "moderat nach unten gehende Personalzahlen" geben, allerdings auch kein Wachstum. Sundt geht davon aus, dass der TA-Personalstand um 300 bis 500 Mitarbeiter pro Jahr reduziert werden müsse. Die TA habe allein im Festnetz bereits um etwa 5.500 bis 6.000 Mitarbeiter weniger als noch vor fünf Jahren. Hier sei "Gewaltiges passiert", die TA sei diesbezüglich schneller gewesen als vergleichbare Unternehmen im Ausland.

Nach dem Zusammenschluss von UTA und Tele2, der noch kartellrechtlich genehmigt werden muss, sei abzuwarten, wie sich der neue Mitbewerber in den Märkten strategisch positioniere, bemerkte Sundt. Jedenfalls sei aber erstmals ein Mitbewerber da, der von der Größenordnung her mit der TA vergleichbar sei.

Flexibilität bei den Tarifen

Sundt erwartet bei den Tarifen zwar auch künftig eine gewisse Flexibilität, allerdings nicht mehr in den Dimensionen wie in der Vergangenheit. Die Elastizität sei nun reduziert. Österreich weise schon heute eines der niedrigsten Preisniveaus im internationalen Vergleich auf. Die Telekomunternehmen müssten ihre Investitionen in die Infrastruktur auch wieder verdienen. (APA)