Wien - In der Diskussion um die Schließung von weiteren 350 der derzeit noch 1.640 Postämter sieht der Präsident der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, den Ausbau der Post-Partnerschaften als Lösung des Problems. Wie Leitl am Samstag im Gespräch mit der APA berichtete, seien 3.000 Nahversorger bereit, die Aufgaben der Postfilialen zu übernehmen.

Nach Angaben des Wirtschaftskammer-Präsidenten wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Experten der Wirtschaftskammer und der Österreichischen Post AG sollen innerhalb von zwei Wochen eine Lösung erarbeiten.

Bewährte Partnerschaften

Leitl verwies darauf, dass von den bisher 126 Post-Partnern - das sind meist Greißler oder kleine Supermärkte, die anstelle des Postamts die Post-Dienstleistungen weitgehend weiterführen - 122 nach wie vor erfolgreich arbeiten. "Die Post-Partnerschaften haben sich bewährt, der Probegalopp ist gelungen", so Leitl. "Wenn etwas gelungen ist, kann es jetzt auch auf breiter und flächendeckender Weise umgesetzt werden." Die Nahversorger erwarten sich laut Leitl jedoch eine Unterstützung der Post bei der Einrichtung ihrer Geschäfte.

Der Präsident der Wirtschaftskammer ist jedenfalls optimistisch, dass mit diesem Modell eine Lösung des Problems möglich ist. Die Post-Partnerschaft biete Vorteile für alle Seiten: Die Post hätte die Fixkosten weg und den Nahversorgern würde die zusätzliche Dienstleistung mehr Frequenz bringen. "Aus einem Aufreger könnte ein für alle befriedigender Mittelweg werden", ist Leitl überzeugt. (APA)