Wien - Der frühere Gesundheits-Staatssekretär Reinhart Waneck (F) begrüßt grundsätzlich die von der Regierung beschlossene Gesundheitsreform, er kritisiert aber, dass es für Generika keine geringere Rezeptgebühr gibt, wie dies ursprünglich geplant war. Waneck ist am Wochenende zum Chef aller Primarärzte in der Ärztekammer gewählt worden.

In der Gesundheitsreform sieht Waneck einen "ersten Schritt in die richtige Richtung". Dass nun statt der ursprünglich von Ministerin Maria Rauch-Kallat (V) geplanten Landesagenturen Plattformen kommen, die niemanden ausschließen, ist für ihn in Ordnung. Der Erfolg der Reform werde aber davon abhängen, ob die Krankenkassen gemäß der von ihnen bereit gestellten Mittel auch mitentscheiden können und im Budget keine Pauschalsummen genannt werden. Auch mit dem Auftritt Rauch-Kallats, mit der er als Staatssekretär verschiedene Sträuße ausgefochten hatte, in der gestrigen "Offen gesagt"- Sendung ist Waneck zufrieden: "Meine Ministerin war sehr gut."

Die Beitrags- und Gebührenerhöhungen verteidigt Waneck gegenüber der APA ebenfalls: "Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Medizin billiger wird". Dass die Länder nun über die Erhöhung des Spitalskostenbeitrags entscheiden sollen, hält der Ex-Staatssekretär auch deshalb für richtig, weil sie in ihrem Bereich individuell schauen können, ob sie das Geld brauchen. Die Streichung des Zuschusses für Brillen verteidigt er damit, dass es ohnehin ein soziale Abfederung gebe. Einziger Kritikpunkt ist die fehlende Differenzierung bei der Rezeptgebühr. Sie hätte seiner Ansicht nach für Generika wie ursprünglich geplant geringer sein sollen. Das hatte auch Rauch-Kallat schon bedauert.

Als neuer Chef der Vereinigung der Primarärzte will Waneck die Primarärzte "wieder mehr in das medizinpolitische Geschehen einbringen". (APA)