Wien - Als erste Österreicherin ist die Filmpionierin Elfi von Dassanowsky (76) mit dem "Living Legacy Award" des amerikanischen Women's International Center (WIC) ausgezeichnet worden. Dassanowsky, die unter anderem als Opernsängerin, Schauspielerin und Filmproduzentin im Nachkriegsösterreich tätig war, nahm den Preis am Samstag in San Diego (Kalifornien) entgegen. Der "Living Legacy Award" wird vom WIC an Frauen vergeben, die auf ihrem Gebiet Außergewöhnliches geleistet und zu mehr Menschlichkeit beigetragen haben. Bisher wurden mit dem von einer amerikanischen Philantropin ins Leben gerufenen Preis, der Bemühungen um das kulturelle Erbe fördern soll, unter anderem Jacqueline Kennedy Onassis und Hillary Clinton ausgezeichnet. Elfriede von Dassanowsky wurde am 2. Februar 1924 in Wien geboren. Mit 16 Jahren kam sie als jüngste weibliche Studentin an die Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Unter der Obhut von Emil Sauer, dem deutschen Konzertpianisten und Schüler von Franz Liszt, studierte Dassanowsky Klavier. Nebenbei absolvierte die Künstlerin eine Stimmausbildung und gab später ihr Wissen auch an prominente Schüler weiter: Curd Jürgens, der für seine erste Hauptrolle in dem Film "Wen die Götter lieben" (1942) Klavierspielen lernen musste, war einer ihrer Schützlinge. Operndebüt Ihr Operndebüt gab die Künstlerin 1946 als Susanna in Mozarts "Hochzeit des Figaro" am St. Pöltner Stadttheater. Sie wollte sich nicht an ein bestimmtes Opernhaus binden, sondern vor allem beim Wiederaufbau österreichischer Kultureinrichtungen mithelfen. Bekannt wurde sie u.a. mit ihrer Darstellung der Agathe in "Der Freischütz", des Prinzen Orlofsky in "Die Fledermaus" und der Adelaide in "Der Vogelhändler". Als vielseitige Sängerin und Schauspielerin - vom klassischen Drama bis zur Salonkomödie- trat sie auch mit großem Erfolg vor den alliierten Truppen in Wien auf. Dassanowsky, die auch als BBC-Radiosprecherin in Wien arbeitete, ist aber vor allem als Mitbegründerin der "Belvedere Film Wien" in Erinnerung geblieben. Mit dem früheren Stummfilm-Schauspieler Emerich Hanus entdeckte die damals 23-Jährige Stars wie Nadja Tiller und Oskar Werner für den Film. Nach ihrer Heirat im Jahr 1955 ließ sich das Multitalent in den USA nieder. Hollywood-Starregisseur Otto Preminger nahm ihr allerdings jede Hoffnung auf eine Karriere als US-Filmproduzentin. "Als Frau und Ausländerin hatte ich keine Chance", erinnert sich Dassanowsky heute in Interviews. In Österreich wurde sie 1998 mit dem Titel "Professor" sowie der Ehrenmedaille des Österreichischen Filmarchivs ausgezeichnet. (APA)