Foto: Marc Viaplana
Bis heute gilt sie als die Femme fatale des US-Undergrounds: Lydia Lunch. Die als Lydia Koch geborene New Yorkerin kollaborierte nach ihrem Weggang vom No-Wave-Outfit Teenage Jesus And The Jerks mit Nick Caves Birthday Party, den Noise-Pionieren Swans, Sonic Youth oder mit Jim Thirlwell ebenso wie den geistesverwandten Einstürzenden Neubauten oder Henry Rollins.

Ihre Lyrics, die sich sehr, sehr offen mit Sexualität, Hass und Gewalt beschäftigen, festigten ihren Status als "Badest Girl" im Pop. Eine Auszeichnung, die ihr die Rolle als Mutter der "Riot Grrrls", also nachdrücklich feministische Inhalte transportierender Musikerinnen, einbrachte. Neben Musikproduktionen unternahm die streitbare Schwarzträgerin Spoken-Word-Touren, trat in heute als Kult geltenden Undergroundfilmen auf und veröffentlichte Beiträge in einschlägigen Publikationen.

In den letzten Jahren wurde es stiller um Lunch, auch wenn ihre Produktivität ungebrochen ist. Heute gastiert sie in Wien mit ihrer neuen Platte "Smoke In The Shadow", auf der sie mit einer hochkarätigen Band spätnächtliche Düsterfanatsien vorträgt. Produziert hat diese Nels Cline von den Countryrockern Wilco, in der Band befinden sich unter anderen Größen wie Ian White von der britischen Formation Gallon Drunk. Ergo: Britneys Fleisch gewordener Albtraum! (flu, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 16.11.2004)