Florian Klenk ("Falter") und Ed Moschitz (ORF-"Am Schauplatz") haben am Dienstagabend den Prälat Leopold Ungar Medienpreis 2004 erhalten. Der Sonderpreis der Jury ging an Regina Strassegger (3sat/ORF). Dies teilte die Caritas der Erzdiözese Wien am Mittwoch in einer Aussendung mit. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für engagierte journalistische Arbeiten über soziale Themen wurde heuer erstmals vergeben.

Klenks Auszeichnung auch Anerkennung an "Falter"-Team

Die Jury würdigte "die hervorragende und nachhaltige Arbeit von Florian Klenk in der journalistischen Auseinandersetzung im Grenzbereich zwischen sozialer Verantwortung und der Arbeit von Justiz und Polizei". Der Journalist greife Themen nicht nur einmal auf, sondern verfolge sie, bis es auch Lösungen gebe, und das "mit einer großen schreiberischen Qualität". Das "Biotop Falter" sei "zweifellos mitverantwortlich" für diese Leistung, so die Jurybegründung. Die Auszeichnung sei daher auch als Anerkennung für das "Falter"-Team zu verstehen.

Moschitz für "Dorf ohne Mütter" ausgezeichnet

Ed Moschitz erhielt die Auszeichnung für die Sendung "Dorf ohne Mütter" in der ORF-Reihe "Am Schauplatz", in der die Geschichte der Heimkehr einer jungen Frau aus Moldawien nach zwei Jahren Arbeit in Österreich erzählt wird. Moschitz zeige den "sozialen Bruch, den soziokulturellen Schock in der Begegnung zweier Welten", so die Jury, sei aber "nie aufdringlich" und lasse den Menschen vor der Kamerd ihre Würde. Die Jury zeichne auch die Bereitschaft eines Journalisten aus, Grenzen zu überwinden, aber auch Grenzen zu akzeptieren. "Da gutes Fernsehen auch Produkt von gutem Teamwork ist, gilt die Anerkennung der Jury auch den beteiligten MitarbeiterInnen im Bereich Kamera und Schnitt", heißt es weiter.

Sonderpreis an Regina Strassegger

Den Sonderpreis der Jury erhält Regina Strassegger für die TV-Dokumentation "Nelson Mandela - Freiheitskämpfer, Versöhner, Ikone" für 3sat. Strassegger gelinge es, "eine der herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit in beispielhafter Weise darzustellen, ohne sich dabei der klassischen Stilform des persönlichen Interviews zu bedienen".

Der Leopold Ungar Medienpreis wurde von der Caritas der Erzdiözese Wien und Raiffeisen Niederösterreich-Wien initiiert und durchgeführt und soll ab nun jährlich vergeben werden. In der Jury saßen Dolores Bauer, Barbara Coudenhove-Kalergi, Hubert Gaisbauer, Heinz Nußbaumer, Kurt Ceipek (Raiffeisen) und Peter Wesely (Caritas). (APA)