Madrid - Spaniens Regierung hat die vier begehrten UMTS-Mobilfunklizenzen vergeben und die Deutsche Telekom dabei nicht berücksichtigt. Eine der Lizenzen habe das vom französischen Mischkonzern Vivendi angeführte "Xfera"-Konsortium gewonnen, die anderen drei Lizenzen seien an die spanischen Anbieter Telefonica, Airtel und Retevision/Amena gegangen, teilte die spanische Wertpapieraufsicht am Montag mit. Ein Telekom-Sprecher sagte auf Anfrage, er habe noch keine Kenntnis vom Ausgang der Versteigerung. Auch die France Telecom hatte für eine spanische UMTS-Lizenz geboten. Neben Vivendi gehören dem "Xfera"-Konsortium die spanischen Bau-Firmen FCC, ACS, der Mautbetreiber Acesa, die Finanzgruppen Mercapital und Ahorro sowie die finnische Sonera und der bisher zu Mannesmann gehörende britische Handy-Betreiber Orange an. Hinter Airtel stehen British Telecom, Vodafone AirTouch und die spanische Bank BSCH. Investoren bei Retevision/Amena sind die Telecom Italia sowie die spanischen Versorger Endesa und Union Electrica-Fenosa. T-Mobil-Chef Kai-Uwe Ricke hatte vor knapp drei Wochen auf der Computermesse CeBIT die Bedeutung der spanischen UMTS-Lizenzen für die Telekom-Tochter verdeutlicht: "Sicherlich ist für uns die vierte UMTS-Lizenz in Spanien wichtiger als die sechste in den Niederlanden", hatte Ricke damals gesagt. Spanien gehöre wie auch Frankreich und Italien zu den Schlüsselländern für die Telekom. UMTS ("Universal Mobile Telecommunications System"), der Mobilfunkstandard der dritten Generation, soll von 2002 an die gegenwärtigen Mobilfunknetze GSM ergänzen und neben einer vollständigen Internet-Anbindung auch eine multimediale Nutzung des Mobiltelefons ermöglichen. In Deutschland werden in diesem Sommer vier bis sechs UMTS-Betreiberlizenzen versteigert. (APA/Reuters)