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SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek
Foto: AP/HANS PUNZ
Wien - Am 25. November findet der fünfte Internationale Tag zur Abschaffung von Gewalt gegen Frauen statt. Anlässlich des Gedenktages erläuterte SPÖ-Abg. Gabriele Heinisch-Hosek, Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses, in einer Pressekonferenz am Freitag die Ursachen, Auswirkungen und Zusammenhänge der Gewaltspirale im ganz "normalen" Alltag und präsentierte die Bilanz der Österreichischen Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI).

Keine Eingrenzung

Gewalt gegen Frauen kenne keine sozialen und ökonomischen Grenzen, sie ziehe sich durch alle Altersgruppen in allen sozialen Schichten, in allen Gesellschaften weltweit, so Heinisch-Hosek. "Die Gewalt hat viele Gesichter und beginnt bei der Angst der Mädchen und Frauen allein im Dunkeln nach Hause zu gehen."

Im Laufe eines Jahres werden in Österreich laut SWI rund eine viertel Million Frauen von ihren Lebenspartnern körperlich schwer misshandelt. In den USA werden zwei Mio. Frauen Opfer häuslicher Gewalt, in Russland sind es 14.000 pro Jahr. In Indien werden 7.000 junge Frauen wegen Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Mitgift ermordet, im nördlichen Afrika fallen in einem Jahr 5.000 Frauen einem "Ehrenmord" zum Opfer; die Täter stammen meist aus dem familiären Umfeld und gehen in der Regel straffrei aus. In Regionen südlich der Sahara werden aus religiösen Gründen jährlich rund zwei Millionen Frauen an ihren Genitalien verstümmelt.

Anti-Stalking-Gesetz

Heinisch-Hosek wies darauf hin, dass die Menschenrechte unmenschliche und erniedrigende Behandlung zwar eindeutig verbieten, tatsächlich wären legistische Maßnahmen gegen häusliche Gewalt aber erst in 44 Staaten weltweit eingeführt worden. In Österreich solle der kürzlich vom Wiener Gemeinderat verabschiedete Resolutions-Antrag zur Schaffung eines "Anti-Stalking-Gesetzes" eine Lücke im System des Gewaltschutzgesetzes schließen. "Stalking" ist eine Form des Psychoterrors und trifft vor allem Frauen, die von ihren ehemaligen Partnern verfolgt werden.

Gewalt gegen Frauen verursache auch messbare ökonomische Kosten, so Heinisch-Hosek weiter. "Medizinische und psychologische Betreuung der Opfer, die strafrechtliche Verfolgung der Täter und Produktivitätsausfälle kosten viel Geld." (APA)