Bangkok - Ein Deutscher hat in Thailand möglicherweise hunderte Frauen mit dem HI-Virus infiziert. Thailand will den 54-jährigen Hans-Otto Sch., der hunderte Frauen mit dem HI-Virus infiziert haben soll, in der kommenden Woche nach Deutschland abschieben. Die thailändischen Behörden können den früheren Seemann wegen seines sexuellen Verhaltens nach eigenen Angaben nicht belangen; ein Gericht verurteilte ihn deshalb nur wegen eines Visumsdeliktes zu 58 Tagen Gefängnis. Das Gericht wirft dem 54-Jährigen vor, sein 30 Tage gültiges Visum um drei Jahre überzogen zu haben. Da er diese Strafe bereits abgesessen habe, werde er nun abgeschoben.Vor drei Jahren infiziert

Der frühere Seemann sagte, er habe sich vor drei Jahren mit HIV infiziert. Seither habe er mit hunderten Frauen geschlafen, ohne Kondome zu benutzen. Seine thailändische Frau ist bereits an Aids erkrankt. Nachbarn berichteten, der Deutsche sei durch die Stadt gefahren und habe Studentinnen viel Geld für Sex geboten. Einige seiner Opfer habe er sich auch in Karaoke-Bars gesucht.

Ausmaß der Tragödie noch unklar

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist das Ausmaß der Tragödie noch unklar. Sch. könnte jedoch mit bis zu 400 Frauen und Mädchen Sex gehabt haben. Viele der Frauen weigerten sich jedoch, einen Aids-Test zu machen. Um die Mädchen und Frauen der Stadt zu warnen, druckten die Behörden 2.000 Flugblätter.

"Das ist ein voller Skandal, es gibt keine Gerechtigkeit in Thailand", sagte Sch. nach dem Gerichtstermin am Montag. "Es ist ungerecht, mich wieder ins Gefängnis zu stecken. Ich habe kein Verbrechen begangen." (APA)