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Derby - Das komplexe Erscheinungsbild von Medikamentennamen kann Patienten gefährden, behaupten Wissenschaftler. Experten auf dem Gebiet der Blickbewegung sagen, dass komplexe Wörter und Designs auf verschreibungspflichtigen Medikamenten sowohl Apotheker als auch Konsumenten in die Irre führen können. Das Applied Vision Research Institut an der Universität von Derby kommt zu dem Schluss, dass ein Viertel aller Fehler bei der Medikation von einer verwirrenden Beschriftung verursacht werden.

Die Forscher stellten das Verständnis fest, das Freiwillige von der medizinischen Verpackung hatten, nachdem ihnen eine Dia-Serie gezeigt wurde. Die Blickbewegungen der Probanden wurden während der Dia-Vorführung genau überwacht. Dann füllten die Freiwilligen Fragebögen aus, die Diskrepanzen zwischen dem, was die Testpersonen verstanden, und der Information, die auf der Verpackung gezeigt wurde, aufdeckten. Institutsdirektor Alastair Gale sagte, Fehler, die auf verwirrende Aufschriften zurückzuführen sind, könnten ernsthafte Folgen haben, wenn das falsche Medikament oder eine andere Dosis eingenommen werden.

"Viele Tabletten haben ungewöhnliche Namen, die sich verwirrend ähneln können", so Gale. Außerdem können die Verpackungen Ähnlichkeit in Form und Farbe aufweisen, was den Apotheker, der die Packung aus dem Regal auswählt, ablenken könnte, ebenso wie den Konsumenten. Deshalb ruft Gale die Industrie und den öffentlichen Gesundheitsdienst auf, ein einfacheres System zu kreieren. Ein Sprecher der britischen Pharmazeutischen Industrie hat die Kritik als unfair bezeichnet. Medikamentennamen basierten auf den klinischen Eigenschaften der Medizin. "Sie werden nicht vermarktet wie im Freihandel erhältliche Medikation." Die Präparate würden von Hausärzten verschrieben und von Apothekern ausgegeben. Diese sollten keine Fehler machen, da sie ja dementsprechend ausgebildet wurden. (pte)