Der Nachfolger für den Geschäftsführer der Österreich Werbung (ÖW), Michael Höferer, dessen Vertrag per Jahresende ausläuft, soll bis zum Sommer gefunden sein, wie aus ÖW-Präsidiumskreisen auf der Berliner Tourismusmesse ITB bekannt wurde. Die von den ÖW-Eigentümern Wirtschaftskammer und Länder heftig kritisierten geplanten Personalrochaden in acht der 19 ÖW-Außenstellen werden "auf Grund des Wunsches der Eigentümer auf einen späteren Zeitpunkt verlegt", sagte Höferer heute, Montag. Allein Paris soll definitiv bis Ende des Jahres nachbesetzt werden, da der derzeitige Pariser Außenstellenleiter im September in Pension gehe. Daraus werde sich ableiten, ob weitere Rochaden notwendig werden, so Höferer. Kammer und Länder hatten in den vergangenen Tagen den geplanten Wechsel in den Außenstellen heftig kritisiert, da "gerade in der politisch angespannten Situation erfahrene und eingearbeitete Tourismuswerber in den Außenstellen unverzichtbar" seien. Die Nachfolge Höferers soll spätestens im Mai ausgeschrieben werden, ein entsprechender Beschluss soll Anfang April in einer Präsidiumssitzung und außerordentlichen Generalversammlung gefasst werden, hieß es. Die Bewerbungsfrist werde einen oder höchstens zwei Monate andauern, bis Sommer soll der Namen des Nachfolgers dann feststehen. Höferer würde der ÖW für weitere fünf Jahre zur Verfügung stehen, wie der ÖW-Geschäftsführer gegenüber der APA betonte. Höferer werden in der Branche aber kaum Chancen eingeräumt, da der "rote" Höferer den mehrheitlich schwarz dominierten ÖW-Eigentümern schon seit jeher nicht ins Konzept passte. Ex-Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner hatte Höferer im Vorjahr mündlich eine Vertragsverlängerung zugestanden, nach eigenen Angaben jedoch als "Minister" und "nicht als Präsident der ÖW". Höferer dazu: "Farnleitner ist mir immer als Präsident der ÖW begegnet". In der Generalversammlung soll auch eine Statutenänderung beschlossen werden, wonach der ÖW ab 2001 nur mehr ein Geschäftsführer - anstatt bisher zwei - vorstehen sollen. Da die Eigentümer der ÖW künftig auch bei Personalentscheidungen mitreden wollen, sollen die Statuten in der Generalversammlung auch dementsprechend abgeändert werden. Außerdem ist geplant, Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann in das Präsidium als "geschäftsführende Obfrau" einzubinden, damit sie ÖW-Präsident Martin Bartenstein auf Bundesseite vertreten kann. Die ÖW gehört zu 60 Prozent dem Bund, je 20 Prozent halten die Wirtschaftskammer und die Länder. (APA)