Die Universal Music Group , das größte Musiklabel der Welt, hat ein "Digital only"-Label gegründet, das die Musik seiner Künstler ausschließlich in digitaler Form im Internet anbietet. Universal Music Enterprises Digital (UMED) hat es vor allem auf unbekannte Künstler abgesehen. Sie sollen ausschließlich im Internet vermarktet und promotet werden. Dadurch fallen die Kosten für die Produktion von CDs und Musikvideo sowie für Album- und Tourpromotion weg. Langfristig soll das "Digital only"-Label alleine mit den digitalen Angeboten Gewinne einspielen, berichtet die New York Times (NYT).

Nicht unbedingt wirtschaftlich

"Das ist heute nicht unbedingt wirtschaftlich", meint Bruce Resnikoff, Chef Universal Music Enterprises, zur NYT. "Aber die Wirtschaftlichkeit des Geschäfts ändert sich ständig", so Resnikoff weiter. Der ausschließlich digitale Online-Vertrieb bietet eine Alternative, die sehr kostensparend, aber höchst effektiv ist. Das Geschäft der "Digital only"-Labels soll mit zunehmender Masse an Künstlern Profit abwerfen. Neben der Anzahl der Verträge ist aber auch eine Verbreiterung des Angebots im Internet notwendig, um die angestrebte Wirtschaftlichkeit zu erreichen. P2P-Netze und Online-Tauschbörsen sind ideale Foren zur Promotion dieser Songs. Wohl nicht zufällig hat Universal Music seinen Musikkatalog an Snocap lizenziert. Das Unternehmen von Napster-Gründer Shawn Fanning filtert illegale Inhalte aus P2P-Netzen heraus.

Vorstufe zum Plattenvertrag

Darüber hinaus könnten sich "Digital only"-Verträge auch als eine Vorstufe zum Plattenvertrag erweisen. UMED kann ohne großes Risiko unbekannte Künstler unter Vertrag nehmen. Jene, die es im Internet schaffen, die Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen, sind auch reif für einen Plattenvertrag. Das Interesse an derartigen Experimenten ist notwendigerweise in der Musikindustrie recht groß. Auch Warner Music plant laut NYT eine ähnliche Einheit zu gründen. (pte)