Wien - Kommenden Donnerstag beginnt die Sensibilisierungs-Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen." Frauenhäuser und Opferschutzeinrichtungen in ganz Österreich nützen jedes Jahr den Aktionszeitraum vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, um mittels Informationsveranstaltungen auf das Problem der Gewalt an Frauen und Kindern aufmerksam zu machen.

Situation in Österreich

In Österreich ist laut Schätzungen jede fünfte Frau einmal in ihrem Leben von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen. Allein im Jahr 2003 haben 2.620 Frauen und Kindern in autonomen Frauenhäusern Schutz und Unterkunft gefunden.

Zum Auftakt der "16 Tage gegen Gewalt" wird die Leiterin des Frauenhaus-Dachverbandes, Maria Rösslhumer, am Mittwochnachmittag Bundespräsident Heinz Fischer eine Resolution zur Prävention von Gewalt an Frauen und Kindern in Österreich überreichen. In dem Papier sind die wichtigsten Forderungen zusammengefasst, die aus Sicht der Frauenhaus-Mitarbeiterinnen zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern umgesetzt werden müssten. Dazu gehören die finanzielle Absicherung der Hilfseinrichtungen ebenso wie ein nationaler Aktionsplan, in dem langfristige Maßnahmen zur Prävention von Gewalttaten und zur Versorgung der Opfer entwickelt werden. Eine zentrale Forderung bezieht sich auf ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Migrantinnen, die von ihren Ehemännern misshandelt werden.

Flagge

Als Symbol für die "16 Tage gegen Gewalt" fungiert heuer bereits zum zweiten Mal die blaue Anti-Gewalt-Fahne mit der Aufschrift "Frei leben ohne Gewalt". Die Flagge wird am 25. November an zahlreichen Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden in ganz Österreich gehisst. Während des Aktionszeitraums finden in Österreich Veranstaltungen zum Thema statt. Von Filmvorführungen über Diskussionsveranstaltungen bis zu Fachtagungen reicht das Angebot.

"16 Tage gegen Gewalt an Frauen" ist eine seit 1991 stattfindende internationale Kampagne für die Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte. Österreich nimmt seit 1992 daran teil. Der 25. November markiert den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der 1981 am ersten lateinamerikanischen Frauenkongress in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota in Gedenken an die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal proklamiert wurde. Die Frauen wurden am 25. November 1960 vom dominikanischen Geheimdienst im Auftrag des Diktators Rafael Leonidas Trujillo in einem Hinterhalt brutal ermordet. (APA)