Isabella Lechner
Die Beliebtheit der Studienrichtungen Medizin, Rechtswissenschaften (Jus) und Betriebswirtschaft (BWL) ist ungebrochen: Rund zweieinhalbtausend Erstinskribienten haben sich im Wintersemester 1999/2000 jeweils für eine dieser Studienrichtungen entschieden (siehe Grafik). Die im Ranking folgenden Fächer fallen im Vergleich weit zurück; der Unterschied bei den ordentlichen Studierenden macht dort rund 10.000 Personen aus: Auf Medizin - mit 21.106 Personen auf Platz drei - folgt an vierter Stelle Psychologie mit "nur" 12.608 Studenten. Insgesamt waren im WS 1999/2000 nach vorläufigen Ergebnissen 220.972 Studierende an österreichischen Unis inskribiert. Und so schauen die Trends für die nächsten Jahre laut Hochschulbericht 1999 des Wissenschaftsministeriums aus: Die allgemeine Studierendenzahl wird annähernd gleich bleiben. Die einzige Studienrichtung, bei der mit stark steigenden Inskriptionen zu rechnen ist, ist Medizin. Dem Betriebswirtschafts-studium werden merkliche Rückgänge vorhergesagt, während für Jus keine Änderung zu erwarten ist. Weiterhin wachsen werden die Studien der Grund- und Integrativwissenschaften (Pädagogik, Publizistik, Psychologie . . .) und die "weichen" Naturwissenschaften wie Biologie oder Ernährungswissenschaften. "Verlierer" Technik Eine rückläufige Tendenz ist bei den technischen Studien - mit Ausnahme der Architektur - zu erwarten, wo sich die Konkurrenz der Fachhochschulen am stärksten auswirkt. Ähnliches gilt für Studien an der Universität für Bodenkultur (BOKU) und für die Montanuni Leoben. Bei Germanistik und Theologie sowie beim Übersetzer- und Dolmetsch-Studium gehen die Inskriptionszahlen bereits seit längerem zurück, woran sich den Prognosen zufolge auch in Zukunft nichts ändern wird. Die Präsenz der weiblichen Studenten an den Universitäten stieg im Laufe der Zeit: Im Wintersemester 1999/2000 waren bereits 58 Prozent aller Erstzugänge Frauen - 1956 erst 26 Prozent. Mitte der 50er Jahre stellten unter den Personen mit Uni-Abschluss nur 15 Prozent die Frauen - bis heute hat sich diese Zahl mit 48 Prozent mehr als verdreifacht. 34 Prozent hatten 1999 außerdem einen Zweitabschluss. Bei den Doktoratsstudien allerdings liegen Frauen noch klar hinter den Männern. In der Wahl der Studienrichtung gibt es noch immer deutliche Unterschiede: Medizin, Geisteswissenschaften, Pharmazie und Veterinärmedizin sind Frauendomänen; in technischen Fächern lässt der weibliche Vormarsch noch auf sich warten. Was den Anteil der Frauen am wissenschaftlichen Personal betrifft, besteht weiterhin großer Nachholbedarf: 1999 besetzten lediglich sechs Prozent ordentliche und sieben Prozent außerordentliche Professorinnen die Lehrstühle an den Unis. Der Anteil der Universitäts-und Vertragsassistentinnen lag bei 31 Prozent; jener der weiblichen Lehrbeauftragten (Lektorinnen) bei 29 Prozent.