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Heuschreckenschwarm über Kairo. Die Aufnahme stammt vom 17. November dieses Jahres.

Foto: reuters/naby
Rom - Experten warnen davor, dass im kommenden Jahr die Heuschreckenplage noch massiver ausfallen wird als in diesem Jahr, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Die neue Brutsaison für die afrikanischen Heuschrecken, die in ungewöhnlich großer Zahl weite Teile Nord- und Westafrikas eroberten, hat bereits angefangen. Zuletzt waren die Insekten sogar auf den Inseln Kreta und Zypern aufgetaucht.

Seit Jahren waren solche Heuschreckenplagen der Spezies Schistocerca gregaria nicht mehr in diesem Maße aufgetreten. Die ersten Warnungen gab es zu Jahresende 2003: Damals hatten Forscher gemeint, dass es in der folgenden Saison zu einer massiven Plage kommen werde. Unüblich war aber der gesamte Verlauf der Insekteninvasion, die von Mali, Niger, Senegal, Mauretanien bis zur Mittelmeerküste von Libyen und Ägypten reichte. Heuschrecken haben sich seit den späten 50-er Jahren nicht mehr so weit vom Nordwesten bis zum Südosten hin bewegt. In den vergangenen Tagen erreichte ein riesiger Schwarm schließlich die israelische Stadt Eilat am Roten Meer.

Insekten-Zahl konnte nicht verringert werden

"Trotz immenser Anstrengungen hat sich die Zahl der Insekten nicht verringert, sondern noch weiter vergrößert", berichtet Keith Cressman, Entomologe im Heuschreckenvorsorgeprogramm der UN-Ernährungsorganisation FAO in Rom. Die Angst, dass die Heuschrecken sämtliche Felder kahl fressen und in den ohnehin armen Ländern zu einer Ernährungskatastrophe führen, ist die größte Sorge für die Ernährungsexperten.

Nun fürchten die Entomologen, dass die Insekten Richtung Norden nach Marokko und Algerien weiterziehen könnten. Wahrscheinlich werden sie dort aber aufgrund des kälteren Winterwetters sterben. Dann gibt es immer noch zwei Szenarien: Wenn die Frühlingsregen ausbleiben, hat die Brut wenig Chancen. Dann kann mithilfe von Pestiziden die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Das Worst-Case-Szenario sind aber reichliche Regenfälle, die die Vermehrungsrate sogar noch weiter in die Höhe schnellen lassen. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die Realität irgendwo dazwischen liegt", meint Cressman. (Pte)