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Die Erinnerungen steirischer Zeitzeugen an die Ereignisse in der Ersten Republik, im Zweiten Weltkrieg und in den Jahren bis zum Staatsvertrag spüren mehrere Jugendprojektteams in der Steiermark auf.

Auf Initiative der Grazer "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus" haben rund 60 Schüler, aber auch zeithistorisch interessierte Jugendgruppen Interviews mit Senioren durchgeführt. Donnerstagabend wurden die ersten Ausschnitte aus der daraus entstehenden Videoedition "Jugendliche im Dialog mit ZeitzeugInnen und HistorikerInnen über die Erste und Zweite Republik" in der Grazer Burg präsentiert.

"Sechs Projektgruppen waren seit Jahresbeginn an der Arbeit", so Bettina Ramp von der "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus". In den intensiven Gesprächen wurden die Senioren über ihr persönliches Erleben der Zwischenkriegszeit z.B. im südsteirischen Grenzland, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit befragt. Ehemalige Angehörige der Deutschen Wehrmacht kamen ebenso zu Wort wie Kinder von Widerstandskämpfern. Die Krisen der Zwischenkriegszeit, Erlebnisse an den Fronten des Zweiten Weltkrieges bis hin zu den Verbrechen des Nationalsozialismus oder der Frage, was Menschen dazu bewegt, in finsteren Zeiten die Werte der menschlichen Zivilisation unter Einsatz des eigenen Lebens zu verteidigen, werden darin angeschnitten.

Präsentiert wurden am Donnerstag die Videos "Der unvorstellbare Alltag im 2. Weltkrieg" und "Erinnern statt Aufrechnen - Gedenkprojekt Todesmarsch Eisenstraße 1945", die aus zwei von der Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus initiierten Zeitgeschichte-Projekten mit Jugendlichen hervorgegangen sind. Die Arge hat aber auch eine slowenische Jugendgruppe um den Verein subkulturni azyl aus Maribor ins Boot geholt. Entstanden sind Videoporträts von slowenischen Zeitzeugen, die über die erste Liebe in den 1930er Jahren ebenso berichten wie über das Zusammenleben von Österreichern und Slowenen im Grenzraum. Das Pendant "Videoporträts der südsteirischen ZeitzeugInnen" hat ein Team des "JUZ House" in Mureck produziert.

Speziell zum Thema Widerstand gegen den Nationalsozialismus hat sich eine Schülergruppe aus dem BG/BRG Leoben kundig gemacht, um das Video "Wo der Widerstand daheim war" zu produzieren. Zu Aspekten der Schule und Schulleben von 1934 bis 1955 hat die Gruppe am BG/BRG Oeverseegasse ehemalige Lehrer befragt. Gefördert wird die Videoedition vom Zukunftsfonds des Landes Steiermark, Wissenschaftsabteilung und Landesjugendreferat, dem Kulturamt der Stadt Graz, dem Alfred-Schachner-Gedächtnisfonds, der AK Steiermark, der Stadt Bruck/Mur und dem EU-Programm "Jugend".