Bild nicht mehr verfügbar.

Zöller (li.) beerbt Seehofer (re.) in seiner Funktion als Fraktions-Vize

Foto: REUTERS/Alex Grimm
Berlin - Der CSU-Politiker Wolfgang Zöller ist zum Nachfolger von Horst Seehofer auf den Posten des stellvertretenden Fraktionschefs der oppositionellen Unionsparteien im Deutschen Bundestag gewählt worden. Das teilte eine Sprecherin der CSU-Landesgruppe am Freitag in Berlin mit. Er erhielt 54 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung. Der 62 Jahre alte Gesundheitsexperte war einziger Kandidat der Wahl in der Gruppe der CSU-Bundestagsabgeordneten.

Seehofer wollte Reform zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht mittragen

Seehofer war am Montag von seinem Posten als Vizefraktionschef für Soziales und Gesundheit zurückgetreten, weil er den Kompromiss von CDU und CSU zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mittragen wollte. Zöller hat den Kompromiss zur Einführung einer Kopfpauschale - gleiche Versicherungsprämie für alle Bürger unabhängig vom jeweiligen Einkommen - hingegen verteidigt.

Der 62-jährige Zöller gilt als ein Mann des Ausgleichs. Er war bisher stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesundheit und Soziales. Nach seiner Wahl sagte er, dass er die Fraktion wesentlich stärker in Sachentscheidungen einbinden und auf eine größere Geschlossenheit nach Außen drängen wolle. Die größte Herausforderung sei die Ablösung von Rot-Grün.

Seehofer: Das ist ein Knochenjob

Seehofer gab seinem Nachfolger gute Wünsche für die neue Aufgabe mit. "Das ist ein Knochenjob. Der wird ihm viel abverlangen", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. "Es gibt kaum ein Politikfeld, das minenhaltiger ist." Er habe Zöller geraten, authentisch zu bleiben und nie etwas anderes zu vertreten als das, was er mit sich selbst vereinbaren könne.

Posten als Partei-Vize will Seehofer verteidigen

Sein Amt als stellvertretender Parteivorsitzender der CSU will Seehofer unter allen Umständen verteidigen. In der ZDF-Sendung "Berlin Mitte" bekräftigte er am Donnerstagabend, er werde "entschieden" um seine Position kämpfen. Andernfalls drohe den Christsozialen ein Bedeutungsverlust in der Bundespolitik, sagte Seehofer. Er wies darauf hin, dass er der einzige Stellvertreter von Parteichef Edmund Stoiber in der Bundespolitik sei. "Noch wird ein stellvertretender Parteivorsitzender nicht ernannt, sondern von der Basis gewählt", betonte er CSU-Politiker. Die CSU-Politikerin Barbara Stamm hatte die Frage aufgeworfen, ob Seehofer als stellvertretender CSU-Vorsitzender weiter tragbar sei. (APA/AP/dpa)