Bild nicht mehr verfügbar.

kade auf der Inntalautobahn.

Foto: Reuters/ Dominic Ebenbichler

Münster/Innsbruck – Die Inntalautobahn im Tiroler Unterland hat am Samstag erneut den Schauplatz für eine Totalblockade gebildet. Dieses Mal sperrten allerdings nicht Transitgegner, sondern Vertreter von Fuhrunternehmen und Lkw-Fahrer die wichtige Transitroute. Die Verkehrsbehinderungen hielten sich in Grenzen. Während Autofahrer nach Appellen der Gendarmerie das Gebiet mieden, mussten etwa 400 Lkw auf den Pannenstreifen beider Fahrtrichtungen auf das Ende der Kundgebung des "Transportforums" warten.

An der Kundgebung auf einem Parkplatz neben der Inntalautobahn bei Münster nahmen nach übereinstimmenden Angaben von Exekutive und Veranstalter "zwischen 300 und 400 Personen" teil. Der Sprecher des Transportforums, der Innsbrucker Anwalt Bernhard Haid, verlangte erneut ein Ende des Lkw-Nachtfahrverbotes in Tirol bzw. Ausnahmen für Fahrzeuge der so genannten "Euro III-Klasse".

"Hausgemachter" Lkw-Verkehr

Der Großteil des Lkw-Verkehrs sei "hausgemacht", nur ein geringer Teil entfalle auf den eigentlichen Nord-Süd-Transit, betonte Haid. Maut- und Straßeneinnahmen müssten in Lärmschutzbauten investiert werden. Das seit zwei Jahren geltende und zuletzt ausgedehnte Lkw-Nachtfahrverbot bringe keine Entlastung der Umwelt, sondern führe zu Behinderungen des übrigen Verkehrs und zu wesentlich größeren Beeinträchtigungen, als wenn der Lkw-Verkehr ohne Beschränkungen geführt werde.

Zu Wort kamen bei der rund zweistündigen Kundgebung auch Frächtervertreter, Fahrer, sowie Sprecher von Lkw-Herstellern aus Nord- und Südtirol, dem Trentino, Vorarlberg, Bayern und Italien. Der Sprecher des Südtiroler Frächterverbandes, Johannes Erlacher, unterstrich neuerlich, dass in Italien die genau entgegengesetzte Verkehrspolitik betrieben werde. Dort gebe es Ermäßigungen für jene Fahrten, die in die Nachtstunden verlegt würden. Von bayerischer Seite wurde insbesondere auf den Vorarlberger Schwerverkehr verwiesen, der wegen der Maßnahmen in Tirol im innerösterreichischen Warenverkehr auf Bayern ausweiche.

Kritik von Gorbach

Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) kritisierte den Protest der Frächter. Auch die Transportwissenschaft müsse wissen, dass nicht grenzenlos gefahren werden könne. Das Immissionsgesetz-Luft weise klare Grenzen auf. Die Forcierung des Ausbaus des Schienennetzes, insbesondere des Brennerbasistunnels und der Unterinntaltrasse, sei das "Gebot der Stunde". Der Lkw dürfe aber nicht generell verteufelt werden. Der Weg gehe dabei in Richtung moderne Lkw mit geringerem Schadstoffausstoß.

Der Verkehrsminister kritisierte außerdem die Klage Vorarlbergs beim Verfassungsgerichtshof gegen das Tiroler Lkw-Nachtfahrverbot. Das Austauschen von Standpunkten zum Fahrverbot vor dem Höchstgericht sei nicht der "taugliche Weg". Gorbach bemühe sich, die Betroffenen an einen Tisch ins Ministerium zu laden.

Die A12 war zwischen 9.20 und 12.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Kramsach und Wiesing blockiert. Die Umleitung erfolgte über Bundes- bzw. Landesstraßen. Nach Angaben der Gendarmerie waren rund 400 Lkw auf den Pannenstreifen abgestellt. Auf den Ausweichrouten kam es zu keinen Verkehrsbehinderungen. (APA)