Salzburg - Der weltweite Klimawandel ist mittlerweile auch auf regionaler Ebene gut beobachtbar. Eine aktuelle Studie des WWF zu den klimatischen Veränderungen im Bundesland Salzburg wurde am Freitag gemeinsam mit dem Gletscherexperten Heinz Slupetzky bei einem Pressegespräch in Salzburg präsentiert. Die Autoren prognostizieren darin bis 2040 einen Anstieg der Durchschnittstemperatur um mehr als drei Grad und einen zunehmenden Gletscherschwund in den Alpen. Für den Großteil dieser Entwicklungen soll der Mensch selbst verantwortlich sein.

Klimaschwankungen habe es schon immer gegeben, erklärte der Meteorologe Bernhard Niedermoser. Aber: Allein die Möglichkeit, dass wir unser Klima zusätzlich negativ beeinflusst haben, sollte uns zum Handeln bewegen, so Niedermoser. Was genau uns in Zukunft erwarte und inwiefern der Mensch dazu beitrage, sei allerdings unter Wissenschaftern noch ungeklärt. "Die Entwicklungen sind immer nur rückblickend eindeutig feststellbar", sagte auch der Gletscherexperte Slupetzky.

Gletscherschmelze

Der eindrucksvollste Beweis für die globale Erwärmung sei die Gletscherschmelze, so Slupetzky. Insgesamt haben die Alpengletscher seit ihrem Höchststand im Jahr 1850 die Hälfte ihrer Eismasse verloren. Mit der in der Studie prognostizierten Erderwärmung könnten die Gletscher bis Ende des Jahrhunderts zur Gänze verschwinden. Mit ihrem Rückgang werde auch die Wahrscheinlichkeit für Murenabgänge und Bergstürze höher, erklärte Markus Niedermair, Klimaexperte des WWF.

Einige der extremen Wetterkapriolen der vergangenen Jahre sind laut dem Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur Wien wahrscheinlich schon Teil des Klimawandels. Klimamodelle sagen voraus, dass Dürresommer wie jener des Jahres 2003 gegen Ende der 21. Jahrhunderts der Normalfall sein könnten. Auch der Hochwassersommer 2002 passt für die Wissenschafter in das Bild eines sich verändernden Klimas: Denn wenn die Erdtemperatur steigt, verdunstet mehr Wasser.

WWF-Aktion

In einer Aktion fordert der WWF die Bevölkerung auf, ihre Beobachtungen zu den Veränderungen im heimischen Klima an die Naturschutzorganisation zu senden: "Klimazeugen" können ihre Berichte gemeinsam mit ihrem Foto entweder per E-Mail oder postalisch (WWF Österreich, Ottakringer Straße 114-116, 1160 Wien) zusenden. Die Zeitzeugenberichte zum Klimawandel werden im Internet unter http://www.wwf.at/klima veröffentlicht. (APA)