Passau - Nach einer Serie von Briefbombenanschlägen in Bayern hat die Polizei 2.300 Männer einer Gemeinde bei Passau zu einem Massen-Gentest aufgerufen. Wie das Bayerische Landeskriminalamt am Freitag mitteilte, sollen alle männlichen Einwohner der Gemeinde Hutthurm im Alter von 17 bis 70 Jahren bis Sonntagabend in der Mehrzweckhalle der örtlichen Volksschule eine Speichelprobe abgeben.

Neun Briefbomben

Der unbekannte Attentäter hat seit April insgesamt neun Briefbomben an Politiker und Beamte sowie an den polnischen Generalkonsul versandt. Ein Sprengstoffbrief, der an den Regener Landrat Heinz Wölfl (CSU) adressiert war, verletzte dessen Sekretärin leicht an der Stirn, als die Sendung in dessen Büro explodierte. Die anderen Bomben konnten entweder rechtzeitig entdeckt und entschärft werden oder funktionierten nicht.

Nachdem Spuren mit männlichem Erbmaterial auf mehreren Umschlägen gesichert werden konnten, stieß die vom LKA eingerichtete Sonderkommission "Briefbombe" in der Gendatenbank auf eine Spur: Der genetische Fingerabdruck stimmt mit Spuren einer Einbruchserie rund um Hutthurm vom Winter 2002 überein. Damals war in insgesamt 14 Fällen unter anderem in Schulen, Kindergärten und in eine Kirche eingebrochen worden.

Ein erster Gentest, bei dem die Beamten gemäß ihres Täterprofils Speichelproben von Männern zwischen 40 und 60 Jahren genommen hatten, blieb jedoch ohne Erfolg. Das LKA hat für Hinweise zur Ergreifung des Täters eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. (APA)