Paris - Frankreich hat am Samstag der vor 100 Tagen im Irak entführten Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot gedacht. Zeitungen widmeten den Entführungsopfern Leitartikel, die Schauspielerin Isabelle Adjani erinnerte im Rundfunk an die Vermissten. Entsprechende Aufrufe von wechselnden Prominenten zu ihrer Freilassung werden täglich veröffentlicht, die Porträts der Verschleppten hängen auch von der Fassade des Pariser Rathauses.

Staatspräsident Jacques Chirac sprach am Freitag von einem "traurigen Jubiläum". Ihm lägen keine neuen Informationen vor, die Behörden unternähmen aber alles, um die Freilassung Chesnots und Malbrunots zu erreichen.

Kopftuchverbot gefordert

Chesnot, der für den Sender Radio France Internationale arbeitet, und der Journalist der Tageszeitung "Le Figaro" Malbrunot wurden am 20. August gemeinsam mit ihrem syrischen Fahrer Mohammed al Jundi auf der Fahrt in die Stadt Najaf verschleppt. Eine militante Gruppierung namens Islamische Armee im Irak hat sich zu ihrer Entführung bekannt. Die Gruppierung fordert die Aufhebung des Kopftuchverbots an französischen Schulen.

Al Juni wurde während der Offensive in der irakischen Stadt Falluja von US-Soldaten gerettet. Er will sich auf einer Pressekonferenz in Paris am Montag erstmals öffentlich äußern.

Chirac-Appell

Auf den "Weg des Humanismus" zurückbegeben Ouagadougou/APA/AFP Der französische Präsident Jacques Chirac hat die Entführer der beiden Journalisten im Irak dazu aufgerufen, ihre Geiseln freizulassen. Am Rande des Gipfels der französischsprachigen Welt in Burkina Faso forderte Chirac die Kidnapper am Samstag dazu auf, sich auf den "Weg des Humanismus" zurückzubegeben. "An diesem 100. Tag der Geiselnahme unserer beiden Landsleute im Irak möchte ich einen Appell an die Entführer richten, um ihnen zu sagen, dass der Moment gekommen ist, sich auf den Weg der Menschlichkeit zurückzubegeben und die beiden Geiseln freizulassen", sagte der Staatschef auf einer Pressekonferenz in Ouagadougou. (APA/AP)