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Cover des aktuellen "News"

Foto: Archiv
In weiten Teilen Wiens ist die elektronische Werbetafel auf dem Mediatower an der Taborstraße zu sehen. Mietern vis-à-vis am Schwedenplatz zu deutlich, bestätigte die Amtsärztin. Dagegen unternehmen mag die Stadt Wien nichts, kritisiert deren Kontrollamt.

"Die ständige Wiederholung der ,schreienden' Bilder (...) und die Zwangsfixierung der Aufmerksamkeit durch den raschen Bild- und Farbwechsel stelle für die Anrainer eine unzumutbare Belästigung dar": So zitiert das Kontrollamt die Amtsärztin: Auch vor 22 Uhr sei derlei "unzumutbar störend", die "Werbewand in dieser Art nicht genehmigungsfähig". Mögliche Folgen: "funktionelle Störungen", später "morphologisch definierte Erkrankungen", die "irreversibel sein könnten".

"Gute politische Kontakte"

Die Baupolizei sah sich nicht zuständig, weil Häuser, die weiter als 20 Meter entfernt stehen, nicht mehr als benachbart gelten. Die Verwaltung des 2. Bezirks winkte ebenfalls ab: Die Gewerbeordnung sei nicht anwendbar. Daraus schließt das Kontrollamt: "Nur mit erhöhter Aufmerksamkeit und großem Bedacht" dürften solche Anlagen bewilligt werden. Die Umweltanwaltschaft sei einzubeziehen.

Günther Kenesei, Gemeinderat der Grünen, führt den ungehinderten Betrieb durch die News-Gruppe auf "gute politische Kontakte" derselben zurück. Der Rechnungshof kritisierte, dass das Wohnservice Wien im Mediatower doppelt soviel Miete wie die News-Gruppe zahlt. Und das auf 12,5 Jahre im Voraus. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 2.12.2004)