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Mädchen lesen besser

foto: apa/dpa/Roessler
Wien - Geschlechterspezifische Vorurteile werden von der PISA-Studie nur zum Teil bestätigt. So erwiesen sich sowohl in Österreich als auch international zwar die Mädchen als eindeutig bessere Leser. In den Kompetenzen Naturwissenschaften und Problemlösen gibt es allerdings kaum signifikante Unterschiede - in Österreich liegen in diesen beiden Sparten die Mädchen leicht vorne. Einen leichten Vorsprung haben die Burschen nur in der Mathematik: Dieser ist im OECD-Schnitt etwas größer als in Österreich.

Leserinnen siegen klar

Einen klaren Unterschied zwischen Mädchen und Burschen gab es beim PISA-Test nur im Lesen. So erreichten die Burschen in Österreich nur 467 Punkte, die Mädchen hingegen 514 (Österreich gesamt: 491). Der geschlechtsspezifische Abstand von 47 Punkten ist einer der größten in den getesteten Staaten - noch klarer ist er nur in Island (58 Punkte) und Norwegen (49). In Finnland beträgt er 44 Punkte, in Deutschland 42. Über die OECD-Länder hinweg ergibt sich eine mittlere Differenz zu Gunsten der Mädchen von 34 Punkten. Gegenüber der PISA-Studie 2000 ist die Geschlechtsdifferenz um 22 Punkte größer geworden, das ist der größte Anstieg aller Länder.

Mathematik

Nur moderate Unterschiede zwischen Burschen und Mädchen gibt es in der Mathematik. Im OECD-Schnitt beträgt der Vorsprung der Burschen gegenüber den Mädchen elf Punkte, in Österreich liegt er mit sieben Punkten (Burschen: 509, Mädchen: 502) sogar darunter. Am größten sind die geschlechtsspezifischen Differenzen in Liechtenstein (29 Punkte), Südkorea (23) und Macau (21 Punkte). Große Ausnahme im internationalen Vergleich ist Island - dort schlagen die Mädchen die Burschen in der Mathematik um klare 15 Punkte.

Naturwissenschaften

Praktisch gleichauf liegen die österreichischen Burschen (490) und Mädchen (492) in den Naturwissenschaften. Dieser knappe Abstand spiegelt sich auch OECD-weit wider. Zwar erzielen in den meisten Staaten die Burschen bessere Werte, im OECD-Schnitt liegen sie aber nur sechs Punkte voran. Den größten Vorsprung haben die Burschen in Liechtenstein (26 Punkte), Südkorea (18), Dänemark (17), Neuseeland (16) und der Slowakei (15). Die Mädchen haben die Nase in Island und Tunesien (je zehn) sowie in Finnland (sechs) voran.

Noch enger ist das Ergebnis beim Problemlösen: Die Geschlechterdifferenz beträgt hier im OECD-Schnitt nur zwei Punkte zu Gunsten der Mädchen, in Österreich sind es drei. Signifikante Unterschiede gab es nur in Macau (elf Punkte Vorsprung für die Burschen) sowie zu Gunsten der Mädchen in Island (31 Punkte), Thailand (zwölf), Schweden, Finnland (je zehn), Norwegen (neun) und Indonesien (sieben). (APA)