Wien - Die Telekom Austria (TA) hat heute, Mittwoch, Vormittag ihre Bewerbung für die Mehrheit an der staatlichen slowakischen Telekomgesellschaft Slovenske Telekomunikacie (ST) abgegeben, bestätigte TA-Technikvorstand Rudolf Fischer der APA. Aufgrund der geographischen Nähe, der Größe der TA und der Beziehung der beiden Länder habe die TA "gute Chancen", sich gegen ihre finanzstarken Mitbewerber Deutsche Telekom (DT) und die niederländische KPN durchzusetzen, meinte Fischer. Bis Mai soll laut Fischer nach einem ersten Selektionsverfahren, das bis Mitte April abgeschlossen sein soll, feststehen, wer die zum Verkauf stehenden 51 Prozent der ST übernehmen wird. Die Übernahme wäre "ein sehr interessantes strategisches Projekt", wobei die TA "auf alle Fälle die gesamten 51 Prozent kaufen" würde, betonte Fischer. Sollte auch dieses Auslandsengagement der TA, die bereits in Ungarn, Tschechien und Slowenien gescheitert ist, nicht klappen, sei das "sicher nicht das Ende der geplanten TA-Oststrategie", bemerkte Fischer. Die TA könne sich auch auf andere Ostthemen konzentrieren, die Fischer jedoch nicht näher ausführte. Allerdings sei auf dem Markt ein zweites Angebot wie das der Slowakei nicht mehr vorhanden. Über den Preis, den die TA bei einer Beteiligung investieren würde, wollte Fischer noch nichts sagen, da es erst nach diesem ersten Grundoffert in einer zweiten Vergaberunde mit einer Art Versteigerung um das Preisangebot gehe. Die Slowakei erwartet aus der Privatisierung einen Reinerlös für den slowakischen Staat von 17 Mrd. Kronen (5,4 Mrd. S/392 Mill. Euro). Die TA werde die ST "nicht um jeden Preis kaufen", sondern genau prüfen, ob der angesetzte Preis nicht über dem Unternehmenswert liege, so Fischer. Die Finanzierung einer allfälligen ST-Beteiligung würde die TA aus dem eigenen Cash-flow bestreiten. Bei der Privatisierung geht es neben dem 51-Prozent-Anteil an der ST auch um deren Handyfirma, Eurotel. An dieser ist ST mehrheitlich beteiligt, minderheitlich eine US-Gruppe um Bell Atlantic, die mit rund 30 Prozent den größten Anteil hält. Wie mit der US-Beteiligung in Hinkunft verfahren wird, ist Gegenstand der Vorgespräche und der Angebotslegung. Beide Mitbewerber der TA sind schon in den Nachbarländern aktiv - die KPN in Tschechien, die DT bei der ungarischen Matav. Die Beteiligung am slowakischen Monopolisten sei auch deshalb interessant, weil der slowakische Telekommunikationsmarkt erst 2003 liberalisiert werde, so Fischer. Die Slowakei hat 5,4 Mill. Einwohner, die ST hat rund 1,8 Mill. Kundenanschlüsse (Stand Ende 1999). (APA)