Donnerstag, 2.12., 9.30 Uhr, Elterleinplatz: Edgar geht zur Post. Er will einen Brief aufgeben und ein Paket abholen. Postler P-5 am Schalter S-5: "Paket? Net bei mir!" (Schalter 1 oder 2 im Nebenraum.) Edgar vor S-1: geschlossen. Edgar vor S-2: geschlossen. Auf einem Schild: "Paketabholungen an den Schaltern 3, 4 und 5". Kuvertschlichterin K-1 bestätigt die Richtigkeit der Angabe. Edgar probiert es mit S-3: geschlossen. Dann mit S-4: geschlossen. Schild: "Bitte wenden Sie sich an einen offenen Schalter."Edgar wendet sich an zwei pausierende Kuvertschlichterinnen. K-2: "Pakete überall, nur nicht bei Schalter 3 und 4, die sind zu." K-3: "Gehen S' zu Schalter 6 oder 7." Vor S-7: Menschenschlange. P-7 (nach zehn Minuten): "Leider, da hamma an Computerfehler, wir machn nur Ein- und Auszahlungen, kane Pakete." Edgar kehrt zum Ursprungsschalter S-5 zurück. P-5: "Ich hob eana scho amoi gsogt, Pakete san Schoita ans oda zwa!" Edgar: "DIE SIND ZU, UND ICH WILL MEIN PAKET!" Er knallt den gelben Zettel aufs Pult. P-5 verlässt fluchend S-5 und kehrt wenig später mit dem Paket wieder. Ende! - Das war ein Beitrag zur unerträglichen Geschlossenheit der noch offenen Postfilialen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.12.2004)