Berlin - Die deutsche Mitte-Links-Regierung will Gewalt gegen Frauen stärker bekämpfen. Frauen- und Familienministerin Christine Bergmann (SPD) kündigte am Donnerstag an, man werde Gewalt gegen Frauen ächten und verfolgen. Mit einem im Parlament vorgelegten umfangreichen Aktionsplan setzt die Regierung auf vorbeugende Maßnahmen und auf Gesetzesänderungen. "Gewalt gegen Frauen ist ein Problem patriarchalischer Strukturen", sagte Bergmann. Es müsse Schluss damit sein, dass Täter nicht zur Rechenschaft gezogen und Opfer nicht ausreichend geschützt werden. Doch nicht nur deutsche Frauen seien von Gewalt betroffen, betonte Bergmann. Die Koalition habe daher einen Gesetzentwurf zur Erleichterung eines eigenständigen Aufenthaltsrechts für ausländische Ehefrauen vorgelegt. Dem Entwurf zufolge soll der für die Erlangung eines solchen Aufenthaltsrechts erforderliche Zeitraum, in dem die Ehe in Deutschland geführt wurde, von vier auf zwei Jahre verkürzt werden. Mit dem Aktionsplan soll eine Gleichstellung zwischen Männern und Frauen in allen Lebensbereichen erreicht und der Kreislauf der Gewalt über die Generationen hinweg durchbrochen werden. Das Justizministerium will in Kürze einen Gesetzentwurf zum Schutz vor Gewalt vorlegen. Ein Schwerpunkt sei, den zivilrechtlichen Schutz zu verbessern und abzusichern, hieß es. (APA/dpa)