Wien - Das "Forum Asyl" hat am Dienstag Auszüge aus 56 analysierten Asylbescheiden veröffentlicht. Im Folgenden einige Passagen im Wortlaut:
  • "Beispielsweise steht es einem von privater Seite Verfolgten offen, in der Millionenstadt Lagos (in der Zone Lagos und Umgebung leben über 12 Millionen Menschen) - allenfalls unter Annahme einer anderen Identität - unterzutauchen bzw. sicher zu leben. In Nigeria besteht kein staatliches Meldewesen."
  • "Die Mongolei ist 1,57 Mio. km2 groß und hat eine geringe Bevölkerungsdichte (...) bei der enormen Ausdehnung des Landes kann jedenfalls von einer innerstaatlichen Fluchtalternative ausgegangen werden."
  • "Wenn Sie drei Stunden an einem Seil hängen, müsste die Narbe ringförmig den ganzen Unterschenkel umfassen. Bei Ihnen ist sie nur ca. 10 cm über den Umfang verteilt."
  • Ein Flüchtling wird bei der ersten Einvernahme gebeten, seine Fluchtgründe "vorerst nur kurz" zu schildern. Als er bei der zweiten Einvernahme seine Angaben ergänzt, wird ihm vorgehalten: "Ihr gesamtes Vorbringen ist nicht glaubwürdig. (...) Sie haben - ohne ersichtlichen bzw. aus objektiver Sicht gesehen nachvollziehbaren Grund - ihr Vorbringen im Zuge der zweiten Einvernahme in einer gesteigerten Form dargebracht und wesentliche Bestandteile Ihres Vorbringens geändert."
  • Einem nach eigenen Angaben minderjährigen Asylwerber wird mitgeteilt, dass seine Angaben zum Lebensalter auf Grund seines "äußeren Erscheinungsbildes" nicht glaubhaft erscheinen. Als er widerspricht, gibt sein Rechtsberater zu Protokoll: "Aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes und der Verhaltensweise des Asylwerbers, die auf Lebenserfahrung schließen lässt, widerspricht der RB der Auffassung der Behörde nicht." (APA)