Prinzipiell gibt es in Österreich zwei Absetzmöglichkeiten von Spenden. Die Regelungen befinden sich im Einkommensteuergesetz. Gemäß diesen Bestimmungen sind zehn Prozent des Gewinnes des Vorjahres prinzipiell als Spende steuerlich abzugsfähig. Allerdings ist zu beachten, dass der Empfängerkreis sehr stark eingeschränkt ist. Im Wesentlichen gibt es nur die Möglichkeit für Institutionen zu spenden, die Forschungsaufgaben beinhalten, sich der Erwachsenenbildung widmen oder die im Katalog von sonstigen Spendenempfängern aufgelistet sind, wie zum Beispiel die Österreichische Nationalbibliothek, die Diplomatische Akademie, Museen oder das Bundesdenkmalamt.

Keine Spendenabzugsfähigkeit

Dies bedeutet allerdings, dass die Einschränkung insbesondere auf Forschung in der Wissenschaft besteht und dass, mit Ausnahme von Institutionen, die den Behindertensport fördern, Spenden an karitative Organisationen nicht abzugsfähig sind. Das bedeutet, dass zum Beispiel Ärzte ohne Grenzen keine Spendenabzugsfähigkeit hat, die Österreichische Gesellschaft für Ameisenkunde, die Gesellschaft für Ordenskunde oder das Internationale Orchesterinstitut Attergau hingegen sehr wohl. Sie zählen per Gesetz zum "begünstigten Empfängerkreis".

Steuererlässe

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich aus den Steuererlässen, die allerdings nur Richtliniencharakter haben. Hier entnimmt man den Einkommensteuerrichtlinien, dass freiwillige Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen bzw. Sonderausgaben dann möglich sind, wenn sie im Zusammenhang mit Katastrophenhilfe getätigt werden. Darüber hinaus ist in diesen Bereichen der Werbecharakter (angemessene Erwähnung, ein kurzes Aufscheinen des Spendernamens im Fernsehen reicht nicht) notwendig.

Private Spender

Es ist ein großes Manko, dass die karitativen Vereine nicht an die privaten Spender herankommen und auch die Absetzbarkeit im betrieblichen Bereich sehr stark an die Werbeleistung geknüpft ist. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch im Bereich der steuerlichen Abzugsfähigkeit für karitative Organisationen (Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, SOS Kinderdorf, etc.) eine Regelung anzugehen. (Oliver Ginthör, DER STANDARD Printausgabe 18/19.12.2004)