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Donald Trump

AP Photo/NBC/Elisabeth Sinsabaugh
Das Babson College wurde kürzlich von der Business Week zu einer der 30 besten Business-Schools des Landes gekürt. Unter dem Lehrveranstaltungstitel "The Ultimate Entrepreneurial Challenge - Success or You are Fired!" ("Die ultimative unternehmerische Herausforderung - Sei erfolgreich, oder du bist gefeuert!") arbeiten die in Gruppen organisierten Studenten zehn Wochen unter der Leitung von Professor Len Green und unter den gestrengen Augen der in die jeweiligen Projekte eingebundenen Unternehmer im Knock-out-System gegeneinander. Vorbild ist Donald Trumps Reality-Show "The Apprentice", Donnerstagabend um acht auf NBC.

Das Interesse der Studierenden ist rege und scheint im Steigen begriffen. Ob dieser Status quo zu halten sein wird, bleibt allerdings fraglich. Denn auch wenn keine 250.000 Dollar - wie in Trumps Show - als Siegerprämie locken, genauso wie die Realisierung der jeweiligen Ideen scheinbar auf sich warten lässt, bleiben in der Beschränktheit des zu teilenden Lebens- und Arbeitsraumes im Campus und in der Lehrveranstaltung selber unlautere Methoden wie etwa Mobbing nicht aus und scheinen einer Reality entsprechend auch nicht merklich unterbunden zu werden.

Ob das bei der Heranbildung zukünftiger Führungspersönlichkeiten - eine Prämisse, der sich das College verschrieben hat - förderlich sein kann, bleibt unkommentiert.

Die Einschaltquote eines Fernsehsenders bemisst sich an anderen Vorgaben. Donald Trump jedenfalls hat gemeinsam mit NBC mit "The Apprentice" die erfolgreichste Serie der vergangenen fünf Jahre produziert.

Das könnte er sich zunutze machen: Neben seinem nach eigenen Angaben "Fünf Milliarden Dollar oder mehr"-Vermögen und den zusätzlichen Millionen, die das Merchandising des angeblich mittlerweile patentierten Ausspruches "You're Fired" eingebracht hat, könnte er sich auch den Lehrauftrag (Der Standard, Printausgabe 18./19.12.2004)