Wien - Die ÖBB lassen sich den Personalabbau im Zuge der ÖBB-Reform einiges kosten. Ein am Donnerstag von ÖBB-Management und Belegschaftsvertretern unterzeichneter Sozialplan sieht vor, dass unkündbare Mitarbeiter, die freiwillig aus dem Unternehmen ausscheiden, eine Abfertigung von durchschnittlich 60.000 bis 70.000 Euro erhalten. Wie viele diesen "Golden Handshake" nutzen werden, könne man laut dem neuen ÖBB-Personalchef Franz Nigl derzeit noch nicht sagen. Erfahrungswerte etwa bei der Telekom Austria würden aber zeigen, dass einige tausend ÖBBler die Abfertigung in Anspruch nehmen könnten - überwiegend Personen unter 40 Jahren.

Die Höhe der Abfertigung richtet sich nach der Dauer der ÖBB-Zugehörigkeit, die Mindestverweilzeit beträgt 10 Jahre. In diesem Fall erhält der Mitarbeiter das Siebenfache des letzten Monatsgehaltes. Nach 15 Jahren bekommt er das 10-fache, nach 20 Jahren das 14-fache und nach 25 Jahren das 19-fache, so Nigl im Gespräch mit der APA. Weitere Zusatzangebote seien möglich.

Derzeit 1.600 Mitarbeiter "verfügbar"

Laut ÖBB-Chef Martin Huber sind bis dato 1.600 Mitarbeiter als "verfügbar" gemeldet worden. In Summe wollen die ÖBB bis zum Jahr 2010 noch etwa 10.000 Mitarbeiter - etwa ein Viertel des Personals - abbauen. Ob diese Zahl halten wird, wollte Huber vor kurzem noch nicht voraussagen. Nur so viel: "Nachdem wir nicht an chronischem Personalmangel leiden, wird die Zahl sicher nicht nach unten gehen."

1.500 Mitarbeiter pro Jahr verlassen freiwillig die ÖBB. Bei den restlichen Mitarbeitern wird es schwierig. 80 Prozent der Mitarbeiter haben einen Kündigungsschutz und können gegen ihre Zustimmung nur durch Frühpensionierungen abgebaut werden. 56 Frühpensionierungen von Mitarbeitern ab dem 50. Lebensjahr seien im heurigen Jahr bereits fix. In allen anderen Fällen sei die Prüfung noch im Laufen, erklärte Huber zu Wochenbeginn.(APA)