Salzburg - Mit 1. Januar geht der Vorsitz im Kuratorium der Salzburger Festspiele turnusgemäß an den Bund: Als Vertreter des Finanzministeriums wird Armin Fehle die Position für ein Jahr übernehmen. Der Bankier Heinrich Wiesmüller, der 2004 als Vorsitzender wirkte, zog daher Bilanz - eine naturgemäß sehr positive.

Vor einem Jahr seien die Festspiele vor einigen schwierigen Aufgaben gestanden, die noch ungelöst waren, und der Umbau des Kleinen Festspielhauses in ein "Haus für Mozart" sei angesichts des Zeit-und Finanzierungsplans von Kritikern infrage gestellt worden. Die Vorbehalte hätten aber "entkräftet werden" können: "Zum einen wurde mittlerweile ein Zeitvorsprung erarbeitet, zum anderen bewegen sich die Ausschreibungen exakt im Kostenrahmen."

Die Auflage, acht Millionen Euro selbst aufzubringen, würden die Festspiele ebenfalls erfüllen können: "Mehr als drei Viertel dieses Betrages wurden in den Zwischenzeit akquiriert, und die Signale stehen gut, dass die verbleibende Differenz nicht mehr lange offen bleibt."

Zudem könne das ehrgeizige Projekt von Intendant Peter Ruzicka, im Jubiläumsjahr 2006 alle 22 Bühnenwerke Mozarts aufzuführen, realisiert werden. Die Spielplandisposition sei abgeschlossen, und die Budgets für 2005 und 2006 wurden vom Kuratorium genehmigt: Die Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre fielen derart positiv aus, "dass die Etatlücken aus eigenen Mitteln geschlossen wurden".

Darüber hinaus wurde mit Jürgen Flimm, dem ehemaligen Schauspielchef, ein neuer Intendant (ab 2007) bestellt. Der kürzlich erfolgte Ausstieg von Peter Schmidl als Konzertdirektor beträfe "nur einen Teilbereich" und verursache, meint Wiesmüller, daher "keinen nachhaltigen Schaden".

Mit Flimms Ernennung wurden die Verträge von Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Geschäftsführer Gerbert Schwaighofer verlängert: "Weitere Personaldebatten" seien "verhindert" worden. Zu den offenen Personalfragen, wer nun für den Konzertbereich zuständig und ob Flimm in Personalunion auch Schauspielchef sein werde, äußerte sich Heinrich Wiesmüller aber nicht. (trenk / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.12.2004)