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Betroffene beklagen über ahnungslose Konsularbeamte vor Ort, und darüber, dass tagelang niemand zur Unterstützung da war

Foto: APA/ Barbara Walton
Phuket - Logistik-Probleme in Thailand haben dazu geführt, dass das von Österreich entsandte Opferidentifizierungsteam, bestehend aus Kriminalbeamten und Medizinern, einen ganzen Arbeitstag versäumte. Im Anschluss an einen kleinen buddhistischen Tempel in Soo Sarn Tha Chat Chai in der Phuketer Region wurde von den thailändischen Behörden ein provisorischer Leichenaufbewahrungsplatz, Kühlaggregate und Ausrüstung für die internationalen Identifizierungsteams bereitgestellt. Dennoch konnte das 13-köpfige Team am Samstag seine Arbeit nicht fortsetzen, da keine Verstorbenen geliefert wurden.

Der leitender Kriminalbeamte Christoph Hundertpfund hatte keine Erklärung für die Probleme. An Opfern fehle es nicht in dieser Region. Am Vortag waren nur 27 Körper geliefert worden, an denen die Arbeiten innerhalb von zwei Stunden abgeschlossen waren. Bei der täglichen Besprechung im Polizeihochquartier hat Hundertpfund ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Team zusammen mit den internationalen Kollegen mindestens 50 bis 80 Verstorbene am Tag bearbeiten könnte. Eine Ursache für die Fehlplanung der thailändischen Behörden wurde bisher nicht eruiert werden.

Fehlerhafte Liste

Von fehlerhaften Namenslisten jener Personen, zu denen bisher kein Kontakt hergestellt werden konnte, sprach der leitende Kriminalbeamte des österreichischen Identifizierungsteams, Christoph Hundertpfund, am Samstag. Die ersten in Österreich aufgenommenen Listen würden Doppeleintragungen und falsche Telefonnummern aufweisen, damit sei eine große Fehlerquelle entstanden.

"Es ist deshalb extrem wichtig, dass in solchen Situationen das Identifizierungsteam sofort angefordert wird um nicht unnötige Zeit zu versäumen," sagte Hundertpfund. Verantwortlich in solchen Katastrophen-Fällen sei das Außenministerium.

"Ich bedauere, dass wir erst gestern unser eigenes Computerprogramm einsetzen konnten", sagte Hundertpfund. Mit dessen Hilfe wird jeder Anrufer gleich der jeweiligen Person zugeordnet, zu der nach der Flutwellen-Katastrophe kein Kontakt besteht, damit würden Fehlerquellen verhindert. (APA/dpa)