Bozen - Der "berühmt-berüchtigte" Südtiroler Bankräuber und "Ausbrecherkönig" Max Leitner und ein sizilianischer Komplize sind nach Leitners viertem Gefängnisausbruch von Sicherheitskräften in Marokko gefasst worden. Der 45-Jährige und sein Kumpane waren laut Polizeiangaben mit der Hilfe eines Wärters im Oktober aus dem Gefängnis von Bergamo geflohen.

Leitner war im Juli zu sieben Jahren Haft wegen des Raubüberfalles an der Raiffeisen-Filiale von Mühlen in Taufers verurteilt worden. Immer wieder hatte sich Leitner aus dem Ausland - vor allem bei seinem Rechtsanwalt - gemeldet. Lange gelang es aber nicht, Hinweise über seinen Aufenthaltsort zu bekommen.

Durch eine Kooperation der italienischen und marokkanischen Sicherheitskräfte klickten für Leitner und seinen sizilianischen Komplizen- angeblich Sohn eines ermordeten Mafiabosses- am Donnerstag jedoch die Handschellen. Der Südtiroler und der Sizilianer seien bereits längere Zeit beschattet worden, hieß es.

Überfall auf Geldtransporter

Das Leben als Verbrecher des aus Elvas bei Brixen stammende Leitner kann als "bewegt" bezeichnet werden: Im August 1990 versuchte er in der Nähe der Ausfahrt Innsbruck-Süd der Brennerautobahn mit Komplizen, einen mit 90 Millionen Schilling beladenen Geldtransporter zu überfallen. Der Coup wurde allerdings durch eine Spezialeinheit der Gendarmerie vereitelt, Leitner nach einem Schusswechsel gestellt und schließlich von einem Geschworenengericht zu 12 Jahren Haft verurteilt. Wenige Tage später gelang Leitner die Flucht. Die Haftbedingungen in Österreich bezeichnete Leitner als "mittelalterlich".

Seine Haft setzte Leitner in Bozen fort, wo er sich laut Angaben der Gefängniswärter "vorbildlich" verhielt- bis er sich eines Tages mit Leintüchern abseilte und das Weite suchte. Im Mai 1993 wurde Leitner - vorübergehend - wieder gefasst. Während eines Hafturlaubs kehrte Leitner 2002 jedoch ins Hochsicherheitsgefängnis in Padua nicht mehr zurück. Nach dem Banküberfall 2003 wurde der Flüchtige nach einer tagelangen, Aufsehen erregenden Flucht von einem Großaufgebot der Carabinieri in einem Maisfeld wieder gefasst. Auch dieses Mal sollte es nur vorübergehend gewesen sein.(APA)