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Weil's so schön war noch einmal: Johann Grugger (Mitte), Michael Welchhofer (li) und Fritz Strobl am Siegespodest von Bormio.

AP Photo/Claudio Scaccini
Bormio - Österreichs Alpin-Asse haben für einen würdigen Schlusspunkt des Jahres 2004 gesorgt. Nach dem Vierfach-Triumph der Abfahrer auf der WM-Piste in Bormio und dem Doppelsieg von Marlies Schild auf dem Semmering geht der ÖSV mit exakt 600 Weltcup-Siegen ins neue Jahr. "Ein wirklich gelungener Jahresausklang", freute sich ÖSV-Alpindirektor Hans Pum, der Überraschungssieger Johann Grugger als "tollen Kämpfer mit ausgezeichneter Technik" bezeichnete und auch die Mädchen lobte. "Ich habe ja immer gesagt, dass wir mit den Damen noch viel Freude haben werden."

Jüngster Bormio-Sieger der Weltcup-Geschichte

Grugger schaffte neben seinem Premierensieg im Weltcup eine weitere historische Leistung, ist doch der Salzburger mit 23 Jahren und 16 Tagen der jüngste Bormio-Abfahrts-Sieger der Weltcup-Geschichte. Nur die Schweizer Ski-Legende Pirmin Zurbriggen war beim WM-Abfahrts-Triumph 1985 auf der "Stelvio" mit 21 noch jünger. Auch Schild schaffte Bemerkenswertes. Sie sorgte nicht nur für den 600. Sieg, sondern ist 14 Jahre nach Petra Kronberger die erste Österreicherin mit Siegen in Riesentorlauf und Slalom an aufeinander folgenden Tagen.

Für Weltmeisterschaft gerüstet

Im Hinblick auf die WM dürfen sich Österreichs Herren bereits die Hände reiben. Grugger, Michael Walchhofer, Fritz Strobl und Klaus Kröll fuhren nämlich bereits den vierten ÖSV-Vierfachsieg in Bormio nach 1997, 2000 und 2001 ein. 1998 hatte es sogar einen Sechsfachsieg zu feiern gegeben.

Bei der WM dürfen jedoch nur fünf Mann an den Start, trotzdem hält sich diesmal das "Kopfweh" der Chefs Hans Pum und Toni Giger in der Königsdisziplin in Grenzen. Routiniers wie Stephan Eberharter oder Hannes Trinkl fahren nicht mehr, Andreas Schifferer und Christoph Gruber sind außer Form und Hans Knauß pausiert auf Grund der Dopingvorwürfe. Bis zur WM stehen noch drei Abfahrten (Chamonix, Wengen, Kitzbühel) an, derzeit zeichnet sich ein WM-Abfahrts-Team mit Walchhofer (Titelverteidiger), Grugger, Strobl, Werner Franz und Hermann Maier ab. Nicht nur Shooting-Star Grugger weiß jedoch: "Bis dahin kann noch sehr viel passieren."

Mandl: "Für Entscheidungen ist es noch zu früh"

Auch Damenchef Herbert Mandl verweist darauf, "dass wir noch den ganzen Jänner Zeit haben." "Jede mit einem Podestplatz drängt sich natürlich auf, unter dem Strich stellt sich aber jede selbst auf. Für Entscheidungen ist es noch viel zu früh." Hart wird die WM-Quali wohl im Riesentorlauf, "denn speziell dort machen die Jungen den Arrivierten Dampf, sind alle Zehn innerhalb einer Sekunde."

Die weiterhin mit Problemen kämpfende Nicole Hosp soll Anfang Jänner nicht auf die Abfahrt in Santa Caterina geschickt werden. "Sie soll sich auf ihre Hauptdisziplinen konzentrieren. Sie hat derzeit Probleme, aber das kann in einer Woche schon wieder ganz anders ausschauen", ist Mandl überzeugt. Im WM-Ort will auch Brigitte Obermoser ihr Comeback geben. (APA/red)