Das Kompetenzzentrum für Biomedizin BioMolecular Therapeutics (BMT) kann seit seiner Gründung 1999 auf fünf Jahre Forschung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie zurückblicken. "Die Hauptaufgabe des Kompetenzzentrums ist die angewandte Forschung auf dem Gebiet des Abwehrsystems des Menschen", erklärt Bernd Binder, wissenschaftlicher Leiter von BMT. Ziel sei es, neue Moleküle zu identifizieren, diese dann hinsichtlich ihrer funktionellen Bedeutung zu analysieren und mithilfe solcher charakterisierter Moleküle neue Diagnose- und Behandlungsmethoden für Autoimmunerkrankungen, Allergien und chronische Entzündungen sowie Atherosklerose zu entwickeln.

Das Zentrum, das mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt, ist in einem Haus der Prisma-Gruppe untergebracht, die auf die Errichtung regionaler Innovationszentren spezialisiert ist. Mehrere Methoden und Tools wurden bisher entwickelt wie z. B. ein System zur Prüfung neu gefundener Moleküle, das Aufschluss über deren Eignung zu therapeutischen Zwecken geben soll; durch Tierversuche und die Herstellung transgener Tiere wurden Faktoren spezifiziert, um sowohl das Wachstum von Blutgefäßen zu hemmen als auch den neuerlichen Verschluss von gedehnten Arterien ("Restenose") zu verhindern. Außerdem identifizierten die Forscher Faktoren, welche die Immun- und Entzündungsantwort regeln, womit akute und chronische Entzündungen bei Haut-, Gelenks-, oder Gefäßerkrankungen wirklich gezielt beeinflussbar werden.

Die Partner des BMT kommen von der medizinischen Fakultät der Uni Wien sowie der Universität für Bodenkultur, aus Pharmaunternehmen wie Baxter und dem Novartis-Forschungsinstitut sowie Biotechnologie- bzw. Diagnostikaunternehmen wie Polymun Scientific GmbH und Technoclone GmbH.

Finanziell unterstützt werden die Projekte durch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Bereich 2 "Kooperation Wissenschaft Wirtschaft", die das K-plus-Programm der Republik Österreich betreut, und durch die Stadt Wien. (em/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 1. 2005)