Warschau/Gleiwitz - Der historische Radiosender und Funkturm im oberschlesischen Gleiwitz (Gliwice) ist seit Sonntag ein Museum. Der Sender hatte bei Beginn des Zweiten Weltkriegs eine Schlüsselrolle gespielt. Deutsche Soldaten, die sich als Polen verkleidet hatten, überfielen den Sender in der damals deutschen Stadt. Diese "Aggression" wurde als Vorwand für den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 genommen. Die besondere Geschichte des Senders steht auch im Mittelpunkt des Museums, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Im neuen Museum soll zugleich anschaulich Mediengeschichte vermittelt werden, denn der Sender verfügt noch über die Original- Rundfunktechnik. Moderne Akzente sollen durch Multimedia-Kunst gesetzt werden. "Das Museum soll nicht nur zum Bewahren der kollektiven Erinnerung von Polen, Deutschen und anderen Europäern an die Wahrheit über den Nazi-Überfall auf den Radiosender dienen, sondern auch das Phänomen Rundfunk zeigen, der im 20. Jahrhundert so ungeheuren Einfluss auf die Bildung der modernen Gesellschaften hatte", sagte Museumsdirektor Leszek Jodlinski.(APA/dpa)