Lima - Nach dem Ende der viertägigen Meuterei nationalistischer Soldaten im Südosten Perus hat Präsident Alejandro Toledo harte Strafen für die festgenommenen Aufständischen angekündigt. "Die faschistischen Terroristen werden hart bestraft, und wir werden nicht zögern, die Mörder von Polizisten der vollen Härte des Gesetzes auszusetzen", sagte Toledo am Dienstagabend (Ortszeit). Mehr als 100 der Aufständischen hatten sich zuvor in der Stadt Andahuaylas 400 Kilometer südöstlich von Lima ergeben.

Ihr Anführer, der Major im Ruhestand Antauro Humala, war bereits in der Nacht zuvor bei Verhandlungen festgenommen worden. Mit seinen Gefolgsleuten, von denen viele fliehen konnten, hatte er am Samstag die Polizeistation der Kleinstadt gestürmt und 19 Polizisten und Soldaten als Geiseln genommen. Erklärtes Ziel der Aktion war der Sturz Toledos, dessen Amtsführung nach einer neuen Umfrage nur 13 Prozent der Peruaner gutheißen. Während des Aufstandes waren vier Polizisten und zwei Meuterer getötet und mindestens ein Dutzend Menschen verletzt worden.

Faschistische Organisation

Toledo bezeichnete die Bewegung der Meuterer als paramilitärische, faschistische und terroristische Organisation. Die Aufständischen hätten den Rechtsstaat zerstören und durch eine Diktatur ersetzen wollen. "Der Staat wird die Anführer und Anhänger dieser Organisation, die sich noch auf freiem Fuß befinden, aufspüren und festnehmen", kündigte Toledo an.

Antauro Humala und sein Bruder Ollanto führten die radikal-nationalistische "Nationale Bewegung Perus" an. Die von Indios dominierte Organisation sympathisiert mit linken Rebellen in Kolumbien und den Koka-Bauern in Bolivien. Die beiden hatten bereits 2000 durch eine Militärrebellion gegen den damaligen Präsidenten Alberto Fujimori von sich reden gemacht. (APA)