Die Messe Reed , die Betreiberin der der neuen Tech-Messe ITnT im Prater, startet einen Frontalangriff auf die schon letztes Jahr kränkelnde Konkurrenzmesse Exponet , die traditionellerweise im Austria Center stattfindet.

Ausrichtung

Beide Messen, die auf das Technik interessierte Fachpublikum abzielen, werden zeitgleich zwischen 15. und 17. Februar abgehalten. Beiden Veranstaltern ist jedoch klar, dass der kleine heimische Markt nur eine Fachmesse verträgt.

Lernen

"Im kommenden Jahr 2006 wird es nur mehr eine solche Veranstaltung geben", prophezeit Matthias Limbeck, Leiter der ITnT, die heuer erstmals abgehalten wird. Limbeck verweist auf 154 ausstellende Firmen, während die Exponet ihre Ausstellerliste unter Verschluss hält und laut ihrem Pressesprecher Werner Grohmann erst Mitte Jänner vorstellen will.

Die ITnT rechnet sich gute Chancen aus, bei diesem Match als Sieger hervorzugehen, hatten doch schon im Vorjahr einige Großaussteller wie Microsoft, Hewlett-Packard, Cisco und Sun der Exponet den Rücken gekehrt. Unter anderem war ein ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis kritisiert worden.

Kooperation

ITnT-Chef Limbeck betont, dass er im letzten Jahr das Gespräch mit der Betreiberin der Exponet, der DC Europe, gesucht habe und mit ihr zusammenarbeiten wollte: "Da das nicht ging, muss eine harte, klare Entscheidung herbeigeführt werden. Der Markt verträgt nur eine solche Veranstaltung."

Nicht glücklich mit der scharfen Konkurrenzsituation ist man naturgemäß im Austria Center. "Ich halte den gleichen Termin für vollkommen daneben", sagt Thomas Rupperti, Vorstandsvorsitzender des Austria Center Vienna (ACV). Der Vertrag mit der DC Europe laufe noch weitere drei Jahre, aber angesichts der Eigentümersituation - in beiden Fällen die öffentliche Hand - hätte man sich so einigen können, dass es einen Frühjahrs- und einen Herbsttermin gebe, betont Rupperti. Hinter dem ACV steht die Republik Österreich; hinter der Messe Wien die Stadt Wien.

Wettbewerb

Der Run auf die ausstellenden Firmen ist jedenfalls voll entbrannt, wobei es vor allem um die Unternehmen geht, die keine eigenen Stände aufbauen, sondern zusammen mit Partnerfirmen Lösungen vorstellen und deshalb in einer Messe oft mehrfach vertre- ten sind. "Wir haben uns noch nicht entschieden", sagt Christian Rothmüller, Pressesprecher von IBM. "Wenn, dann gehen wir zur ITnT." Bei Hewlett-Packard (HP), einem der Unternehmen, das im Vorjahr der Exponet den Rücken kehrte und ganz auf eigene Roadshows in die Bundesländer setzte, will man heuer mit Partnern dorthin gehen, "wo auch die Partner hingehen", sagt Elmar Furtenbach, Marketing Manager bei HP. Zugesagt bei ITnT haben etwa bereits Microsoft, One, SAP und Philips.

Beide Events wollen sich nicht nur als reine Schaubühne positionieren, sondern setzen zusätzlich auf Vorträge und Informationsforen. Bei ITnT übernimmt die EC Austria als Mitveranstalter diesen Part; bei der Exponet war ein ein Kongress- und Workshopprogramm immer schon Teil des Messekonzepts. (Johanna Ruzicka / DER STANDARD Printausgabe, 07.01.05)