Der Ruf nach einer steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden wird nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean lauter. Zuletzt hatte die FPÖ auf die steuerliche Absetzbarkeit von privaten Spenden gedrängt und auch Nationalratspräsident Andreas Khol (V) trat dafür ein, karitative Spenden von Privaten an gemeinnützige Organisationen steuerlich absetzbar zu machen. Nun bekräftigte die Interessensvertretung Österreichischer Gemeinnütziger Vereine (IÖGV) ihre Forderung in diese Richtung.

"Den politischen Wunschtraum von Khol, nämlich die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für Private, wollen wir schon seit geraumer Zeit realisiert wissen", kritisiert Alexander Tröbinger, Sprecher der IÖGV am Montag in einer Aussendung. "Wir hoffen sehr, dass die tragische Flutkatastrophe in Südostasien zu einem Umdenken in der Bundesregierung führt und somit steuerliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Spendenbereitschaft der ÖsterreicherInnen belohnen und die Arbeit der Nicht-Regierungs-Organisationen auch in Zukunft erleichtern". Vom Budget her leistbar müsste es für Österreich "schon morgen sein. In den meisten europäischen Staaten ist dieser essenzielle Beitrag zur Zivilgesellschaft bereits Realität und budgetär leistbar", so Tröbinger.

Neben der steuerlichen Absetzbarkeit von Firmenspenden im Katastrophenfall können laut § 4 Abs. 4 Z 5 lit. d oder e ESTG 1988 Spenden an rund 220 wissenschaftliche Institutionen, der als "begünstigten Empfängerkreis" beschrieben wird, steuerlich geltend gemacht werden. Seitens der FPÖ hatte deren Obfrau Ursula Haubner angeregt, dass nach deutschem Vorbild Spenden bis zu einer Höhe von fünf Prozent des Jahreseinkommens von der Steuer abgesetzt werden können. Zur Gleichstellung von Betrieben und Privaten wäre diese Maßnahme "längst überfällig". (APA)