Wien/New York/London - Erstmals seit November kostet OPEC-Rohöl wieder mehr als 40 Dollar pro Fass. Der Korbpreis legte am Montag um 77 Cent auf 40,12 US-Dollar (30,62 Euro) je Barrel zu, nach 39,35 Dollar am Freitag.

Auch der US-Ölpreis erreichte am Montagabend mit 47 Dollar je Barrel eine seit Anfang Dezember nicht gesehene Höhe. Gründe für die Verteuerung waren Produktionsausfälle in Nigeria und der Nordsee sowie Sorgen wegen der zunehmenden Gewalt im Irak.

Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete Montagabend 47,00 Dollar und damit über 1,50 Dollar mehr als bei Handelsschluss am Freitag. Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis damit um mehr als 3,50 Dollar gestiegen, liegt aber immer noch deutlich unter dem am 25. Oktober erreichten Rekordhoch von 55,67 Dollar.

In London kostete die Nordseesorte am Montagabend 44,68 Dollar und damit 1,50 Dollar mehr als am Freitag. OPEC-Öl kostete in der ersten Jänner-Woche im Schnitt 36,90 Dollar, um 1,18 Dollar mehr als Ende Dezember.

Spekulationen um Drosselung der OPEC-Produktion

Neben Befürchtungen vor einem bevorstehenden Kälteeinbruch auf der Nordhalbkugel führten Händler die anhaltenden Spekulationen um eine Drosselung der OPEC-Produktion als Gründe für den jüngsten Ölpreisanstieg ins Feld. Ein Kälteeinbruch auf der Nordhalbkugel würde die Nachfrage insbesondere nach Heizöl kräftig erhöhen. Dies treibt tendenziell auch den Rohölpreis in die Höhe.

"Die Preise sind gestiegen, nachdem aus dem Iran Hinweise auf eine mögliche Produktionssenkung der OPEC gekommen sind", sagte Analyst Peter Luxton von Informa Global laut dpa. Irans Ölminister Bijan Zanganeh hatte am Freitag gesagt, die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) sollte eine Fördersenkung beim nächsten Treffen am 30. Jänner beschließen, falls der Preis für OPEC-Öl unter die Marke von 40 Dollar bleibe. Das Ölkartell hatte erst im Dezember den Abbau seiner Überproduktion um eine Mio. Fass im Tag beschlossen.

Weitere Preissteigerungen erwartet

OPEC-Analysten gehen von weiteren Preissteigerungen in den nächsten Wochen aus, wie dpa berichtete. Grund seien mehrere Produktionsausfälle in Nigeria und in der Nordsee sowie die Besorgnis angesichts der zunehmenden Gewalt im Irak.

Händler verwiesen zudem auf Sorgen über mögliche Lieferengpässe in der Wintersaison angesichts niedriger Heizölvorräte. Die Bestände in den USA, dem weltgrößten Energieverbraucher, liegen um mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. (APA)