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Foto: APA/ORF/Schafler

Wien - Das Radio-Symphonieorchester Wien hat heute, Dienstag, seinen Vertrag mit Chefdirigent Bertrand de Billy um drei Jahre bis 2009 verlängert, wie der ORF mitteilte. Billy, der das Orchester seit 2002 leitet, sei ein "Garant für die ausgezeichnete Arbeit unseres Orchesters", so Hörfunkdirektor Kurt Rammerstorfer. Der besonders als Operndirigent renommierte de Billy wird das RSO somit auch in seine gestärkte Rolle als Opernorchester im Theater an der Wien (gemeinsam mit den Wiener Symphonikern) ab 2007 führen. De Billy freut sich über die "interessanten Aufgaben, die das Musikleben in Wien bereichern".

"Bertrand de Billy ist ein Künstler von Weltgeltung. Es freut mich sehr, dass er für weitere drei Jahre Chefdirigent des RSO sein wird", meinte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner zur Vertragsverlängerung. Auch RSO-Leiterin Haide Tenner schätzt de Billys Arbeit: "Das Orchester hat unter seiner Führung einen noch höheren künstlerischen Standard erreicht." In Wien ist de Billy nicht nur mit RSO-Konzerten präsent. Besonders seine Einstudierung der Neuproduktion der französischen Originalfassung von Verdis "Don Carlos", die im vergangenen Oktober an der Wiener Staatsoper Premiere hatte, fand Anklang.

Werdegang

Der heute vor 40 Jahren, am 11. Jänner 1965, in Paris geborene Musiker begann seine Karriere als Geiger und Bratschist in verschiedenen französischen Orchestern, bevor er in das Dirigentenfach wechselte. Von 1986 bis 1990 erarbeitete de Billy als Chef des Orchestre Symphonique de Jeunes en Ile de France ein breites Konzertrepertoire von Bach bis zum 20. Jahrhundert und dirigierte zahlreiche Uraufführungen vornehmlich französischer Musik.

Danach arbeitete er als Stellvertreter des Generalmusikdirektors beim Pariser Orchestre Colonne und am Anhaltischen Theater in Dessau. Seine internationale Karriere als Operndirigent führte ihn u.a. an den Londoner Covent Garden, die Staatsoper Berlin, die Pariser Opera Bastille, das Brüsseler Theatre de la Monnaie, die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper München und an die New Yorker Met. Von 1996 bis 1998 war er stellvertretender Chefdirigent und Erster Kapellmeister an der Wiener Volksoper. 2002 wurde de Billy Chefdirigent des RSO Wien und war bis 2004 zusätzlich noch als Chefdirigent des Gran Teatro de Liceu in Barcelona tätig.

Aktuelles

De Billy wird am Donnerstag, 13. Jänner an Stelle des erkrankten Michael Boder ein Konzert des RSO Wien im Großen Saal des Musikvereins leiten, am kommenden Dienstag, 18. Jänner, spielt das RSO Wien unter seiner Leitung im Wiener Konzerthaus Werke von Mozart, Debussy und Bernd Alois Zimmermann. De Billy ist der sechste Chefdirigent des Orchesters nach Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg und Dennis Russell Davies. (APA)