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Grafik: APA/Quelle: APA/ Fotos: APA/HDZ
Zagreb - Stjepan (Stipe) Mesic geht als Favorit in die am Sonntag anstehende Stichwahl um das Präsidentenamt in Kroatien. Der Amtsinhaber liegt in Umfragen mit 54,7 bis 62 Prozent deutlich vor Jadranka Kosor von der Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft). Die Familien- und Kriegsveteranenministerin wurde wenige Tage vor der Entscheidung mit 22,3 Prozent und 26 Prozent der Stimmen gehandelt.

Amtsinhaber verfehlte im ersten Wahlgang absolute Mehrheit

Im ersten Wahlgang am 2. Jänner bekam Mesic mit 49,03 Prozent zwar die meisten Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Kosor kam auf 20,18 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,57 Prozent. Der Endspurt im Wahlkampf war vor allem von Diskussionen über die ausgegebenen Summen begleitet.

Wahlkampagnen

Die Marketing-Agentur Mediana Fides schätzte, dass Kosor während der ersten Runde acht Millionen Kuna (1,06 Mio. Euro) allein für Fernseh- und Printwerbung ausgab. Diese Summe beinhalte weder Radiospots und Plakate noch Nebenkosten. Laut Kosors Sprecher kostete ihre Kampagne für den ersten Wahlgang insgesamt aber nur 4,2 Mio. Kuna. Eine Summe, die Mesic des Öfteren in Zweifel zog.

Den Unterschied zwischen der Schätzung der Mediana Fides und dieser offiziellen Summe erklärte Ratko Macek, der Leiter der Kosor-Kampagne, mit großen Preisermäßigungen: "In Direktverhandlungen erhielten wir bis zu 75 Prozent Ermäßigung", sagte Macek.

Das Mesic-Lager gab die Gesamtkosten mit insgesamt 3,9 Millionen Kuna an. Vor der Stichwahl am Sonntag hätten die Sozialdemokraten (SDP) 500.000 Kuna (65.963 Euro) zur Verfügung gestellt. Mesic tritt an sich als unabhängiger Kandidat an. Er wird aber von den führenden Parteien der Mitte-Links-Opposition unterstützt. Vor fünf Jahren war er für die bürgerlich-liberale Volkspartei (HNS) ins Rennen gegangen. (APA)