Havanna - Wegen der Besetzung der mexikanischen Botschaft in Kuba vor knapp drei Jahren müssen sich seit Mittwoch 23 Kubaner vor dem Provinzgericht in Havanna verantworten. Nach Informationen aus Dissidentenkreisen hat die Staatsanwaltschaft für sie Freiheitsstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren beantragt. Der Prozess dürfte nach Einschätzung von Angehörigen drei Tage dauern. 18 der Angeklagten hatten am 27. Februar 2002 mit einem gestohlenen Bus den Gitterzaun der Botschaft durchbrochen und politisches Asyl beantragt. Fünf weitere nutzten die Situation, um ebenfalls in die Botschaft zu flüchten. Die Besetzer wurden nach zwei Tagen von der kubanischen Polizei mit Einverständnis der Mexikaner aus dem Botschaftsgelände herausgeholt. Kuba warf dem damaligen mexikanischen Außenminister Jorge G. Castaneda vor, die Ausreisewilligen zu ihrer Tat angestachelt zu haben. Exilkubanische Radiosender hatten seinerzeit Castaneda mit den Worten zitiert, die Türen der mexikanischen Botschaft stünden allen Kubanern offen. (APA/dpa)