Banda Aceh - Die indonesische Regierung will sich für eine langfristige Waffenruhe mit Rebellen in der von der Flutwelle verwüsteten Provinz Aceh einsetzen. Die Regierung bemühe sich um Gespräche mit den Aufständischen, sagte der indonesische Vize-Präsident Jusuf Kalla am Freitag während eines Besuches in der Provinzhauptstadt Banda Aceh. "Ein Waffenstillstand bedeutet, dass man für den Moment aufhört zu kämpfen, aber wenig später weitermacht. Nein, wir wollen das langfristig machen."

In der Provinz kämpfen Separatisten seit 30 Jahren für eine Unabhängigkeit. Dabei sind mindestens 12.000 Menschen getötet worden. Trotz versöhnlicher Gesten nach der Flutkatastrophe ist es auch danach immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und dem indonesischen Militär gekommen. Aceh im Norden der Insel Sumatra ist die am härtesten von der Flutwelle betroffene Region. Mehr als 110.000 Menschen wurden in der Provinz getötet, rund 700.000 wurden obdachlos.

Kontakte bereits hergestellt

Der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda sagte, die Regierung habe bereits Kontakt zu den Separatisten aufgenommen. "Es gibt hinter den Kulissen Bewegung, wie der Prozess einer Versöhnung gestärkt werden kann", sagte er am Freitag während eines Besuchs in Rom. Wirajuda hatte zuvor Berlin besucht, um über die internationalen Hilfen für sein Land zu beraten.

Vor der Katastrophe hatten Regierungstruppen den Zugang nach Aceh strikt eingeschränkt. Die Präsenz internationaler Hilfsorganisationen und Truppen im humanitären Einsatz sowie die gewaltige Zerstörung des Gebiets hat Experten zufolge aber eine Chance für eine politische Lösung des Konflikts eröffnet. (APA/Reuters)