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Maria Riesch auf Krücken in München.

Foto: APA/EPA/Kniffel
Cortina d'Ampezzo - Sie war das Glückskind im alpinen Ski-Weltcup, Erfolge und Sympathien flogen ihr förmlich zu. In diesem Winter aber ist Maria Riesch plötzlich vom Pech verfolgt. Ihr Kreuzbandriss im rechten Knie trifft nicht nur die 20-jährige Deutsche hart, sondern sorgt zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften im gesamten deutschen Damen-Team für Bestürzung. "Der Zeitpunkt ist einfach zu ärgerlich, so kurz vor der WM", sagte Riesch nach ihrem schweren Sturz im Super-G von Cortina d'Ampezzo.

"Wir waren beide hungrig auf die WM"

Trost und Zuspruch gab es von Teamkollegin Hilde Gerg: "Es tut mir so Leid für sie. Das ist ganz schlecht, wenn du jung bist und so eine Verletzung hast. Wir waren beide hungrig auf die WM." Statt bei den Titelkämpfen in Bormio und Santa Caterina (29. Jänner bis 13. Februar) in allen fünf Bewerben auf Medaillenjagd zu gehen, warten auf Riesch nun Operation und lange Reha-Maßnahmen. Wann die Operation von Teamarzt Ernst-Otto Münch vorgenommen wird, stand allerdings noch nicht fest. Zunächst muss offenbar eine Stauchung des Oberschenkelknochens ausheilen.

Gerade erst von der Schulterverletzung aus der Saison-Vorbereitung erholt, hadert die Garmisch-Partenkirchnerin mit ihrem Schicksal. "Da muss es aber im nächsten Winter eine ordentliche Glückssträhne geben, bei dem Pech, das ich heuer hatte." Wahrscheinlich erst im Juli wird Riesch wieder das Training aufnehmen können, um sich auf den kommenden Olympia-Winter vorzubereiten.

"Das steckt man nicht so weg"

Für die Alpin-Abteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) kommt Rieschs Verletzung zum ungünstigsten Zeitpunkt. Ohne die junge Hoffnungsträgerin sinken die Chancen auf eine erfolgreiche WM und die erhoffte Wiedergutmachung für das Debakel von St. Moritz vor zwei Jahren erheblich. "Das steckt man nicht so weg. Aber ich bin es gewohnt, dass wir einen auf den Deckel bekommen, wenn wir oben dran sind. Wir gehen in dieses Event mit einer ganz anderen Perspektive", sagte DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier.

Bei der WM lastet der Druck im deutschen Team nun vor allem wieder auf Hilde Gerg, die bei den letzten Großereignissen immer strauchelte. "Da graust es mir schon vor", sagte Gerg. (APA/dpa)