Straßburg - Nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean hat das Europaparlament den Aufbau ziviler und militärischer Zivilschutzeinheiten auf europäischer Ebene gefordert. Diese Einheiten sollen gemeinsam ausgebildet werden und bei Natur- und Umweltkatastrophen in der Europäischen Union und anderen Teilen der Welt eingesetzt werden, heißt es in einer am Donnerstag in Straßburg mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution. Die Außen-, Entwicklungs- und Gesundheitsminister der EU-Staaten hatten sich vergangenen Woche gegen ein eigenes EU-Katastrophenkorps und für eine bessere Koordinierung bestehender Kräfte ausgesprochen.

Selbstkritik

Die Abgeordneten bedauerten die "allgemeine Unfähigkeit der EU", nach der Flutwelle in Asien rasch gemeinsame militärische Einrichtungen für eine Luftbrücke und die Reparatur von Infrastrukturen bereitzustellen. Sie forderten den Europäischen Rat auf, EU-Kapazitäten für größere Lufttransporte zu entwickeln, um künftig wirksam auf humanitäre Katastrophen reagieren zu können.

Gleichzeitig begrüßte das Parlament das vom Pariser Club angebotene Schuldenmoratorium und die Ankündigung der Europäischen Kommission, zusätzlich zu den 123 Millionen Euro Soforthilfe 350 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe an die betroffenen Staaten zu leisten. Dabei müsse es sich jedoch um frisches Geld handeln. Eine Hilfe auf Kosten anderer Entwicklungsländer lehnt das Parlament ab. (APA/dpa)