Wien - Jedes dritte Handelsunternehmen in Österreich würde neue Filialen am liebsten in Innerstadt-Lagen eröffnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von RegioPlan Consulting, die heute, Donnerstag, veröffentlicht wurde. Ein weiteres Drittel bevorzugt als Standort für neue Outlets Einkaufszentren. Den eindeutigen Wunsch nach stand-alone Standorten oder nach Standorten am Stadtrand hat laut Studie nur jedes fünfte Unternehmen.

Die Handelszonen "auf der grünen Wiese" seien also kein Wunschdenken der Händler, sondern ein Ergebnis der oft sehr ungünstigen Rahmenbedingungen in den Innenstädten, die dem Einzelhandel nicht förderlich seien, so RegioPlan. Viele Einkaufsorte suchen auch bereits nach Maßnahmen, um den Einzelhandel im Ort zu halten bzw. um ihn wieder zurückzugewinnen. Die wichtigsten Aktionsfelder, in denen Innenstädte tätig werden sollten, seien die bessere Verkehrsorganisation, eine entsprechende Auswahl für den Konsumenten (Branchenmix und Unternehmensmix) sowie einheitliche Öffnungszeiten.

Standortwettbewerb hält an

Der Standortwettbewerb zwischen den Handelszonen hält unvermindert an: die Marktvolumina im Einzelhandel werden langfristig stagnieren bzw. nur im Bereich der Inflationsrate wachsen, aber dennoch expandieren viele Marktteilnehmer weiter, so die Studie. Meist haben neue, "künstlich" geschaffene Standorte wie Fachmarktzentren und Shopping Zentren gegenüber traditionellen Einkaufsstraßen bei Schlüsselkriterien wie Parkplätzen, Auswahl oder Öffnungszeiten große Vorteile. Innenstädte hingegen leiden vor allem unter den vielen unterschiedlichen Interessen von Kaufleuten, Immobilienbesitzer, Anrainern, Mietern, Konsumenten, etc., so die Untersuchung. (APA)