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Auch sie sollen nach drei Monaten wieder abziehen: Russische Soldaten beim Hilfseinsatz in Banda Aceh.

Foto: APA/EPA/Rain
Banda Aceh - Der indonesische Vizepräsident Jussuf Kalla hat am Freitag erneut bekräftigt, dass die Regierung ausländische Truppen nur bis Ende März im Land dulden will. "Drei Monate sind genug Zeit für die Nothilfe des ausländischen Militärs", sagte er während eines Zwischenstopps in der von der Flut schwer zerstörten Region Aceh auf Sumatra. Zivile Helfer könnten länger bleiben. Kalla kündigte zugleich eine Aufstockung der indonesischen Truppen in der Region von 35.000 auf 50.000 an. Die Soldaten sollten beim Wiederaufbau helfen, sagte er.

Tags zuvor hatten die Behörden bereits angeordnet, dass sich zivile Helfer außerhalb der größeren Städte vom indonesischen Militär eskortieren lassen müssen. Grund sei die Gefahr durch separatistische Rebellen in der Unruheprovinz, hieß es.

Erst am Donnerstag war das größte Schiff der deutschen Marine, die "Berlin", mit 300 Tonnen Hilfsgütern und Rettungspersonal an Bord vor der Provinz Aceh auf Nordsumatra eingetroffen. Auch US-Truppen sind mit Schiffen und Hubschraubern bei Hilfseinsätzen in der Region aktiv.

UNO fordert Aufhebung indonesischer Einschränkung

Die Vereinten Nationen haben Indonesien aufgefordert, seine Einschränkungen für ausländische Soldaten bei ihren Hilfsaktionen für die von den Flutwellen zerstörte Unruheprovinz Aceh aufzuheben. Das Wichtigste sei es, Menschenleben zu retten, und nicht "Daten für einen Abzug festzulegen", sagte der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Donnerstag (Ortszeit) in New York. Egeland äußerte sich auch besorgt über die Sicherheit und Bewegungsfreiheit ausländischer Helfer in der umkämpften Provinz im Norden Sumatras.

Die von der Regierung in Jakarta zunächst genannte Frist bis März für ausländische Truppen stelle aber auch kein großes Problem dar, weil bis dahin vermutlich die Straßen im Norden von Sumatra befahrbar seien, fügte Egeland hinzu. Derzeit bringt vor allem die US-Armee Hilfsgüter mit Hubschraubern und Flugzeugen in die Katastrophengebiete.

Der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda hatte die Frist von drei Monaten für die Katastrophenhilfe ausländischer Truppen in Indonesien am Donnerstag relativiert. Es hänge "vom Fortschritt der Hilfsmaßnahmen" ab, wie lange die ausländischen Helfer und Soldaten im Lande bleiben würden, sagte Wirajuda nach einem Treffen mit dem deutschen Außenminister Joschka Fischer in Berlin. Der indonesische Vizepräsident Jussuf Kalla bekräftigte darauf aber umgehend, dass die Regierung ausländische Truppen nur bis Ende März im Land dulden will. "Drei Monate sind genug Zeit für die Nothilfe des ausländischen Militärs", sagte Kalla am Freitag während eines Zwischenstopps in der von der Flut schwer zerstörten Region Aceh auf Sumatra. Zivile Helfer könnten länger bleiben.

Indonesien schickt weitere Soldaten nach Aceh

Indonesien will weitere Truppen in die Unruheprovinz Aceh entsenden, die am schwersten von der jüngsten Flutkatastrophe betroffen wurde.

Etwa 7000 bis 8000 Soldaten würden am 18. und 19. Januar aufbrechen, um beim Wiederaufbau helfen, sagte ein Militärsprecher am Freitag. Neben regulären Soldaten würden auch Kadetten der Militärakademien eingesetzt. In Aceh dürfen sich ausländische Fluthelfer aus Sicherheitsgründen außerhalb von einigen Städten nur noch in Militärbegleitung bewegen. Seit 30 Jahren kämpfen Separatisten dort für eine Unabhängigkeit. Mindestens 12.000 Menschen sind dabei getötet worden. Indonesien hat gegenwärtig 30.000 bis 40.000 Soldaten in der Provinz stationiert.

Bei dem Seebeben und der anschließenden Flut kamen am 26. Dezember mehr als 160.000 Menschen in Südasien ums Leben, davon mindestens 110.000 in Indonesien.

Französische Hubschrauber in Banda Aceh gelandet

Unterdessen trafen die ersten drei französischen Militärhubschrauber in der Provinzhauptstadt Banda Aceh ein. Die vom Flugzeugträger Jeanne d'Arc kommenden Maschinen kamen gegen 07.30 Uhr Ortszeit Freitagmorgen (01.30 Uhr MEZ) an, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Hubschrauber sollen ein Expertenteam vom französischen Zivilschutz sowie insgesamt rund 1,5 Tonnen Hilfsgüter nach Aceh bringen. (APA/AP/Red)