Essen/Berlin - Der mit umstrittenen Zahlungen an die CDU-Politiker Laurenz Meyer und Hermann-Josef Arentz in die Diskussion geratene Energiekonzern RWE AG (Essen) zahlt nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" (Freitag) auch an eine ganze Reihe kommunaler Amts- und Mandatsträger. Insgesamt fließen hierfür jährlich mehr als 600.000 Euro.

Nach Zeitungsangaben bestätigte der Konzern, dass allein die Mitglieder der bei der Stromtochter RWE Energy angesiedelten Regionalbeiräte jährlich jeweils 6650 Euro erhielten. Insgesamt gehörten diesen Beiräten, die laut RWE "durchschnittlich fünfmal pro Jahr" tagen, rund hundert Personen an, die vom Vorstand der Stromtochter berufen werden.

Die Vorwürfe, Kommunalpolitiker zu "sponsern", wies der Essener Energiekonzern zurück. "Das ist absolut unzutreffend und falsch", sagte ein RWE-Sprecher am Freitag. Wie in vielen anderen großen Firmen gebe es Beiräte, in denen Geschäftspartner vertreten seien. Im Fall von RWE seien 33 Prozent der Aktien im Besitz der Gemeinden. Entsprechend säßen in den Beiräten Landräte und Bürgermeister, die dort gehört würden. Die Einrichtung dieser Beiräte und auch Zahlungen seien "völlig normal", diese dienten "als Dialogforen und stellen einen Austausch von Know-how sicher". (APA/dpa)